Kruzifix-Verbot in Schulen Aygül Özkan stößt in ihrer Partei auf massiven Widerstand


Die CDU-Politikerin und künftige Sozialministerin in Niedersachsen, Aygül Özkan, hat ein Kruzifix-Verbot an staatlichen Schulen gefordert und ist damit prompt in ihrer eigenen Partei angeeckt. Er sei "eindeutig anderer Meinung", sagte CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe am Wochenende.

Die CDU-Politikerin und künftige Sozialministerin in Niedersachsen, Aygül Özkan, hat ein Kruzifix-Verbot an staatlichen Schulen gefordert und ist damit prompt in ihrer eigenen Partei angeeckt. Er sei "eindeutig anderer Meinung", sagte CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe am Wochenende. Für ihre Forderung nach ergebnisoffenen Beitrittsverhandlungen mit der Türkei erhielt sie Zustimmung von der SPD.

Die türkischstämmige CDU-Politikerin sagte dem Nachrichtenmagazin "Focus", christliche Symbole gehörten nicht an staatliche Schulen. Für Einrichtungen in kirchlicher Trägerschaft gelte das nicht. "Die Schule sollte ein neutraler Ort sein", sagte Özkan. Ein Kind müsse selbst entscheiden können, wie es sich religiös orientiere. Darum hätten auch Kopftücher "in Klassenzimmern nichts zu suchen".

Der CDU-Generalsekretär sagte dagegen der "Neuen Ruhr/Neuen Rhein Zeitung", das Kreuz stehe auch für "die prägende Kraft des Christentums in unserer Kultur" und müsse daher nach Ansicht der CDU im öffentlichen Raum, auch in staatlichen Schulen, "selbstverständlich seinen Platz haben". Kein Kind wird dadurch bedrängt.

Im "Spiegel" sprach sich Özkan, die in Niedersachsen auch für Integration zuständig werden soll, gegen die Parteilinie aus, der Türkei in der EU nur eine privilegierte Partnerschaft einzuräumen. "Die Beitrittsverhandlungen sollen weiter ergebnisoffen betrieben werden", forderte sie. Denn "wir wissen heute schlichtweg nicht", ob am Ende der Verhandlungen die Türkei noch in die EU wolle oder die EU die Türkei aufnehmen könne.

Der Regierende Bürgermeister von Berlin und stellvertretende SPD-Vorsitzende Klaus Wowereit sagte, die Sozialdemokraten stünden seit jeher für ergebnisoffene Verhandlungen mit der Türkei. "Frau Özkan sollte sich vor ihrer Vereidigung noch mal gründlich überlegen, ob sie in der richtigen Partei Mitglied geworden ist".

Der nordrhein-westfälische Integrationsminister Armin Laschet begrüßte in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" die Ernennung Özkans zur Amtskollegin. Dieser Schritt erhöhe "erkennbar die Glaubwürdigkeit der CDU".

APN APN

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