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Kommentar

Martin Schulz: Der Gottkanzler ist nackt

Die SPD ist geradezu berauscht von Martin Schulz, der den Genossen mit seiner inhaltsleeren Predigt am Sonntag die Tränen in die Augen trieb. Das ganze erinnert an den Aufstieg von Karl-Theodor zu Guttenberg.

Martin Schulz lässt sich feiern

Schulzomanie auf dem SPD-Parteitag in Berlin: Die Begeisterung für Martin Schulz kennt keine Grenzen

Ehrlich gesagt: Mich hat es gestern ein wenig gegruselt, als Martin Schulz mit der gigantischen Phrasendreschmaschine durch seine Antrittsrede als a) SPD-Vorsitzender und b) Kanzlerkandidat flegelte; als er alle rhetorischen Hämmerchen einsetzte, die Politiker in ihrem Handwerkskasten so mit sich führen; als er im großen Bogen durch das Ungefähre, das Gute und Wahre stanzelte und seinen Genossen die Tränen in die Augen trieb.

Ein bisschen ging es mir mit Martin Schulz wie mit dem Film "La-La-Land". Man weiß nicht genau, was er einem sagen will, aber es macht ein wohliges Gefühl, wenn Emma Stone im gelben Kleid tanzt.

  • "Kunst und Kultur gehören in die Mitte der Gesellschaft", sagt er. Wow!
  • "Deutschland ein Stück weit gerechter machen." Supi!
  • Den "Respekt vor jedem einzelnen Menschen, (Achtung: rhetorische Wiederholung!) vor jedem einzelnen Menschen, jedem Mann, jedem Kind, jeder Frau", in den Mittelpunkt stellen. Krass!
  • Er bemühte "die kleine Bäckerei", die "hart arbeitenden Menschen, die sich an die Regeln halten" und prangerte das "unerträgliche Lohngefälle zwischen Männern und Frauen an". R-E-S-P-E-C-T!

Karl-Theodor zu Guttenberg lässt grüßen

Dass sich einer diese Hits der 70er, 80er und dem Besten von gestern noch traut! Wer wollte das nicht - seit dreißig Jahren: Bildung für alle, zum Beispiel, und umsonst natürlich? Frieden? Gerechtigkeit? "Gleichen Lohn auch für die Frau, sonst machen wir noch mehr Radau"? Martin Schulz flirtet gern mit dem Kitsch. Und er kokettiert mit seiner Nicht-Intellektualität. Aber heißt das denn, dass man nicht wenigstens ein kluges Gedankenbild in die Luft malen könnte? Dass man nicht ein einziges Mal eine geistreiche Formulierung in den Raum stellen darf - eine mit Inhalt? Dass man eine Idee, einen Plan hat, eine intelligente Verknüpfung, die niemand zuvor je so gehabt hat? Reicht denn das so gefühlvoll Vorgetragene seinen Jüngern und denen, die ihn demnächst wählen sollen?


Alles erinnerte mich während des SPD-Parteitags an den Aufstieg von Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU). An den "Außergalaktischen", wie Horst Seehofer ihn einst nannte. Do you remember? An dessen Schwiemel-Schwafel-Reden, in denen er nichts Konkretes sagte, aber hinreißend lächeln konnte.

Als Guttenberg einmal im taillierten (Samt-)Jacket beim CDU-Parteitag in Düsseldorf in den Saal trat - er war gerade Wirtschaftsminister geworden - da hätten sich die Burschen der Jungen Union vor lauter Verehrung am liebsten vor ihm in die Bahn geworfen, damit sein Fuß beim Auftreten ja nicht an einen Stein oder ein Tischbein stoße. Bei Schulz waren die Jusos gestern wahrscheinlich knapp davor, das auch zu tun.

Guttenberg sagte damals Sätze wie: "Wiewohl die Versuchung gerade in diesem Jahr relativ hoch ist, die Medaille zu werfen und sie möglichst auf eine Seite fallen zu lassen und sich dem etwas schwierigen Unterfangen zu unterziehen, eine solche Münze auch mal so rollen zu lassen, dass beide Seiten der Medaille erkennbar sind. Immer mit der Gefahr des Umfallens". Die Zuhörer riefen "Halleluja, uns ist der Heiland erschienen". Manche schmissen sich mit aller Kraft gegen die wegen Überfüllung geschlossene Saaltür, um die heiligen Schwadronierereien des Gottessohnes zu erhaschen.

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz


Das Klügste, das Martin Schulz sagte, stammt von Willy Brandt

Keine Frage: Martin Schulz ist auch "ne nette Kääl", wie sie im Rheinland und im Vorgebirge sagen, "keine fiese Möpp". Das Pläteköppchen, die weißen Jacketkronen, mit denen er bis in die oberen Ränge strahlt, seine "europäiche Gechichte", das "deutch-niederländich-belgiche Grenzgebiet", in dem er aufwuchs, das "Herzlijen Dank" am Ende jeder Rede - immer drollig, immer irgendwie sympathisch. Der fromme Martin eben, "wunderbarer Rat, Held, Ewig-Vater, Friedefürst. Auf dass seine Herrschaft groß werde", heißt es bei Jesaja 9, Vers 6,  "und des Friedens kein Ende, dass er's zurichte mit Gericht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit." Amen.

Als er noch im Amt des EU-Präsidenten den aus dem Land geflohenen türkischen Chefredakteur Can Dündar in Brüssel empfing und zwischen den Flaggen mit ihm posierte, fand ich Martin Schulz beherzt. Als er zu Erdogan reiste, in der Knesset sprach, fand ich ihn mutig. Ja, in Symbolpolitik ist er richtig gut. Fantastisch. Alle in der SPD sagen das.

Das Klügste, das Visionärste, das am eindringlichsten Formulierte, das Martin Schulz in seiner Predigt vom vergangenen Sonntag vorbrachte, war übrigens der Satz: "Durch Europa kehrt Europa heim zu sich selbst und den aufbauenden Kräften seiner Geschichte."

Er stammte von Willy Brandt.

dbate-Interview mit SPD-Kanzlerkandidaten: Martin Schulz: "Ich kenne das Leben auch von unten"


Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.