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Unruhen in den USA: Merkel äußert sich über den Tod von George Floyd und Trumps "kontroversen" Regierungsstil

Bislang hatte sich Angela Merkel nicht zu die Unruhen in den USA geäußert. Nun aber bezog die Kanzlerin in der Sendung "Was nun, Frau Merkel" dazu Stellung und ließ auch leise Kritik am US-Präsidenten durchblicken.

Angela Merkel in der ARD

Angela Merkel in der ARD mit den Interviewern Rainald Becker und Tina Hassel

Getty Images

Kanzlerin Angela Merkel hat sich ausweichend zur Verantwortung von US-Präsident Donald Trump für Polizeigewalt und Rassismus in den USA geäußert. Auf die Frage, ob Trump eine Rolle bei der Polarisierung in den Vereinigten Staaten spiele, sagte die CDU-Politikerin in der ZDF-Sendung "Was nun, Frau Merkel": "Ich glaube, dass der Politikstil schon ein sehr kontroverser ist." Die Gesellschaft in den Vereinigten Staaten sei sehr polarisiert. Ihre Anspruch an Politik sei es, zusammenzubringen und zu versöhnen.

Merkel hofft, dass Amerikaner zusammenfinden

Auf die Frage, ob sie noch Vertrauen in Trump habe, sagte Merkel: "Ich arbeite zusammen mit den gewählten Präsidenten auf der Welt. Und natürlich auch mit dem amerikanischen. Und ich hoffe, dass es gelingt, das Land gut zu befrieden." Was sie mit Trump bespreche, darüber rede sie in der Öffentlichkeit nicht. "Ich kann nur hoffen, dass man zusammenfindet." Sie sei froh, dass viele in den USA ihren Beitrag dazu leisteten.

Der Tod des Afroamerikaners George Floyd nach einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis im Bundesstaat Minnesota am 25. Mai sei "etwas ganz, ganz Schreckliches", sagte Merkel. "Rassismus ist etwas Schreckliches." Es habe ihn zu allen Zeiten gegeben, leider auch in Deutschland. "Und jetzt kehren wir mal vor unserer eigenen Haustür und hoffen, dass auch in den Vereinigten Staaten sich genug Menschen finden", die einfach friedlich demonstrieren wollten.

Trump will Militär gegen Demonstranten einsetzen

Seit dem Tod von Floyd kommt es in vielen US-Städten zu Demonstrationen gegen Polizeigewalt und Rassismus. Die Proteste arteten zum Teil in Ausschreitungen und Plünderungen aus. Der US-Präsident steht dabei in der Kritik, weil ihm vorgeworfen wird, durch seine Rhetorik die Unruhen eher zu befeuern als zu entschärfen. Vor allem Trumps Ankündigung das US-Militär gegen Demonstranten einzusetzen, hatte für Empörung gesorgt. US-Verteidigungsminister Mark Esper weist solche Überlegungen aber zurück. 

nik / DPA