HOME

Mord: Schülerin im Elternhaus niedergemetzelt

Auf einem Hof in Wetter an der Ruhr ist eine Schülerin brutal ermordet worden. Sie verblutete nach 17 Messerstichen im Kopf- und Halsbereich.

Eine 15 Jahre alte Schülerin ist in Wetter an der Ruhr bei Hagen mit 17 Stichen getötet worden. Die Eltern haben die blutüberströmte Leiche ihrer Tochter Nadine am frühen Sonntagmorgen im Erdgeschoss ihres einsam gelegenen Hauses entdeckt. Die Verletzungen, die höchstwahrscheinlich von einem Messer herrühren, befanden sich alle im Kopf- und Halsbereich, wie die Polizei in Hagen mitteilte. An drei Stichen in den Hals sei das Mädchen verblutet.

Eine heiße Spur gebe es noch nicht, sagte ein Polizeisprecher. Es werde in alle Richtungen ermittelt. Auch das Motiv sei noch unklar. Ein Sexualverbrechen oder einen Raubmord schließen die Ermittler der Mordkommission "MK Nadine" aus. Auch für eine Beziehungstat gebe es derzeit keine Hinweise. Das Mädchen hat nach bisherigen Ermittlungen keinen festen Freund gehabt. Die Beamten seien derzeit dabei, Personen aus dem Umfeld der Schülerin zu befragen, hieß es. Eine Einsatzhundertschaft durchsuchte die nähere Umgebung nach der Tatwaffe oder sonstigen verdächtigen Gegenständen.

Das Opfer hatte sich am Samstagabend mit fünf Freundinnen zu einem Spieleabend getroffen. Die anderen Mädchen wurden nach und nach abgeholt. Ab 23.45 Uhr war die 15-Jährige allein im Haus. Ihre Eltern kamen am Sonntagmorgen gegen 1.30 Uhr nach Hause und fanden ihre tote Tochter.

Hilfe von vielen Seiten

Am Montag kamen Freunde und Bekannte an das Haus und gedachten am Gartenzaun des Opfers. Mehrere legten Blumen und Plüschtiere nieder und zündeten Kerzen an. Die Eltern würden durch einen Opferschutzbeauftragten der Polizei und einen Seelsorger betreut, sagte der Polizeisprecher. Auch eine Schutzorganisation wolle helfen.

Drei Notfallseelsorger waren auch an der Schule des Mädchens, dem Geschwister-Scholl-Gymnasium, im Einsatz. Nach Angaben von Schulleiter Gerald Becker sprachen sie mit den rund 30 Schülern der zehnten Klasse, zu der das Opfer gehörte. Becker: "Wo Gesprächsbedarf ist, gehen die Lehrer darauf ein. Wir möchten unsere Schüler auffangen."

Bei Mitarbeitern der Schule galt Nadine als "liebevoll", "offen" und "engagiert". In der Pausenhalle der Schule soll am Dienstag ein Gedenkort eingerichtet werden, wo Kerzen angezündet und Blumen niedergelegt werden können. Die Mitschüler aus Nadines Klasse wollen einen Raum einrichten, wo sie in Stille Abschied nehmen können.

DPA / DPA
Themen in diesem Artikel