HOME

Mordfall Buback: Ex-RAF-Terroristin Verena Becker verhaftet

Kommt endlich Licht ins Dunkel um die Ermordung von Siegfried Buback? Mehr als 32 Jahre nach dem Anschlag hat das BKA die ehemalige RAF-Terroristin Verena Becker festgenommen.

Mehr als 30 Jahre nach dem Mord am damaligen Generalbundesanwalt Siegfried Buback ist die frühere RAF-Terroristin Verena Becker unter dringendem Tatverdacht verhaftet worden. Sie soll im April 1977 am Attentat in der Karlsruher Innenstadt beteiligt gewesen sein, teilte die Bundesanwaltschaft in Berlin am Freitag mit.

"Wesentliche Beiträge zur Durchführung des Anschlags"

Die 57-Jährige habe nach den Ermittlungen "wesentliche Beiträge zur Vorbereitung und Durchführung des Anschlags" geleistet, hieß es. Allerdings gebe es nach wie vor keine Beweise, dass Becker auch die tödlichen Schüsse auf Buback und seine beiden Begleiter abgefeuert habe. Gegen Becker wurde Haftbefehl erlassen, sie sollte am Freitag dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden, der ihr den Haftbefehl eröffnen werde, hieß es.

Der seit langem bestehende Verdacht gegen die frühere Terroristin habe sich nach einer Hausdurchsuchung vor einer Woche erhärtet. "Dabei wurden Unterlagen sichergestellt, deren Inhalt zusammen mit den bereits bisher vorhandenen Beweismitteln den dringenden Tatverdacht begründet, dass Verena Becker als Mittäterin an dem Anschlag beteiligt war", erklärte die Bundesanwaltschaft.

Buback-Sohn fühlt sich bestätigt

Zu dem Attentat hatte sich das "Kommando Ulrike Meinhof" der Roten Armee Fraktion (RAF) bekannt - wer aber auf Buback geschossen hatte, ist bis heute ungeklärt. Unter anderem hatte eine neue DNA-Analyse den Verdacht einer Beteiligung Beckers zuletzt erhärtet, nachdem sie 2008 noch entlastet worden war. An Briefumschlägen, mit denen die damaligen Bekennerschreiben versandt worden waren, war Genmaterial entdeckt worden, das nach dem Gutachten eindeutig von Becker stammt. Der Sohn des ermordeten Generalbundesanwalts, Michael Buback, hatte immer wieder die These geäußert, Becker könne die Todesschützin gewesen sein.

Beweise reichten bislang für eine Anklage nicht aus

Die 57-Jährige war im Dezember 1977 wegen einer Schießerei während ihrer Festnahme zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Nach nur vier Jahren im Gefängnis suchte sie den Kontakt zum Verfassungsschutz. Dabei soll sie RAF-Insiderwissen weitergegeben und erklärt haben, dass der frühere RAF-Terrorist Günter Sonnenberg das Motorrad fuhr, Christian Klar im Fluchtwagen wartete und Stefan Wisniewski vom Motorradrücksitz aus auf Bubacks Wagen schoss.

Das Verfahren gegen Becker im Mordfall Buback war im März 1980 ohne eine Anklage eingestellt worden, weil die Beweise nicht für eine Anklage reichten und Becker inzwischen zu lebenslang verurteilt war. 1989 wurde sie begnadigt und lebte zuletzt in Berlin.

DPA / DPA