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Mordprozess Getötet im Liebeswahn


Er war jung, gut aussehend - und arglos. Am 21. August vorigen Jahres wurde Yvan Schneider in eine Falle gelockt und erschlagen, seine Leiche später zerstückelt und einzementiert. Am Montag beginnt der Prozess.

Es war eine fatale, eine kranke Beziehung.
So viel ist inzwischen klar.
Deniz liebte Sessen - und ein bisschen
mehr. Für ihn gab es nichts anderes,
sie war seine Prinzessin, sein Leben. Eine
"wahnhaft erscheinende Fixierung" auf die
Beziehung mit dem Mädchen wird der
Psychiater es später nennen. Es war eine
"Liebe", die dazu führte, dass ein junger
Mann brutal erschlagen, mit dem Beil zerlegt
und in fleischfarbene Blumenkübel
einzementiert wurde.

Yvan Schneider ist 19 Jahre alt, als er am
21. August 2007 qualvoll stirbt. Ein junger
Handballer, ein sonniger Typ, fröhlich
und offen. Jemand, der es leicht hatte mit
Menschen. Der dieses Jahr sein "Abibac"
machen wollte, das deutsche Abitur und
das französische Baccalauréat in einem.
Der auf manchen Fotos im Familienalbum
ein wenig aussieht wie James Dean.

Der Tatort ist eine Streuobstwiese in Sichtweite von schmucken schwäbischen
Ein- und Mehrfamilienhäusern nahe Rommelshausen
im Remstal, einer kleinen Gemeinde
im Hinterland von Stuttgart. An
diesem warmen Augusttag ist es dort jäh
vorbei mit schwäbischer Idylle und heiler
Welt. An diesem Tag geht Yvan - wie immer
dienstags - zum Handballtraining ins
benachbarte Stetten. Der junge Franzose,
der mit seiner Familie 1990 vom Elsass ins
Remstal kam, spielt dort in der ersten Männermannschaft
und trainiert die Mädchen
der A-Jugend. Er liebt diesen Sport, "ein
Handballverrückter, ein riesiges Talent",
sagen die Mannschaftskameraden. Mit ihm
sind sie in die Landesliga aufgestiegen.

Eine Falle?


Nach dem Handball an jenem Abend
macht der Zwölftklässler Krafttraining an
den Geräten. Trinkt noch ein Bier und hat
es dann plötzlich eilig. Er wolle noch ein
Mädchen wegen Nachhilfe treffen, sagt er.
Ob das der Vorwand war, mit dem ihn
die damals 16-jährige Sessen auf die Streuobstwiese
lockte, ist unklar. Fest steht, dass
sie ihn nachmittags aus einer Telefonzelle
in Stuttgart-Bad Cannstatt angerufen und
um das Treffen gebeten hatte.

Weiß Sessen, als sie an diesem Spätsommerabend
mit Yvan auf dem Feldweg zur
Streuobstwiese geht, dass ihr Freund Deniz
E. den jungen Franzosen umbringen will?
Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft geht davon
aus, dass sie ihn eiskalt in den Tod lockte.
Vom 11. Februar an wird das Stuttgarter
Landgericht den Fall zu klären haben. Dort
müssen sich Sessen, Deniz E., 19, Sohn türkisch-
kroatischer Eltern, und zwei weitere
junge Männer im Alter von 18 und 23 Jahren
verantworten. Für die Staatsanwaltschaft
stellt sich der Fall eindeutig dar, die
Verdächtigen haben die Tat nicht bestritten,
die Anklage lautet: gemeinschaftlicher
Mord, heimtückisch und aus niedrigen
Beweggründen.

Sessen und Yvan laufen auf dem
Feldweg zur "Villa Rustica", den Überresten
eines
römischen Gutshofs. Es ist inzwischen
21.20 Uhr. Auf halber Strecke kommen
ihnen Deniz E. und sein Freund
Roman K. entgegen, ein 18-jähriger Russlanddeutscher,
der mit seiner Familie in
Stuttgart-Weilimdorf wohnt. Yvan ist arglos,
einen Moment unachtsam, als er nach
Feuer gefragt wird. Einer der beiden jungen
Männer nutzt den Moment und
schlägt mit dem Baseballschläger zu. Er
trifft Yvan an der Schläfe, der taumelt,
bleibt aber stehen. Erst nach weiteren
Schlägen mit dem Baseballschläger und
mit den Fäusten liegt der 1,85 Meter große, durchtrainierte Sportler benommen
am Boden.

Außer Kontrolle


Was dann geschieht: Die Täter prügeln
weiter auf ihr Opfer ein. Brutal, erbarmungslos.
Deniz E. springt mit beiden
Füßen in Yvans Gesicht, in seine Genitalien.
"Das war wie Adrenalin, wir waren
außer Kontrolle", wird Roman später bei
der Vernehmung sagen. Während des Gewaltexzesses
geht Deniz E. immer wieder
zu seiner "Prinzessin", die wenige Meter
entfernt steht und zusieht, er umarmt sie,
küsst sie und versichert ihr, dass er sie liebt.
Dass sie jetzt endlich sehen könne, wie
sehr. Dass er das alles für sie mache. Nur
für sie. Irgendwann stellen er und Roman
K. fest, dass Yvan nicht mehr atmet.

Mord als Liebesbeweis? Übersteigerte
Eifersucht? Alle Männer, die vor ihm etwas
mit seinem "Engel" gehabt haben, sollten
leiden, sollten dafür büßen, dass sie das
Mädchen angefasst haben. Sessen hatte ihrem
eifersüchtigen Freund sieben Namen
genannt, darunter den von Yvan.

Den Mordplan will Deniz E. gefasst
haben, als Sessen ihm sagte, der Franzose
habe sie entjungfert, gegen ihren Willen.
Behauptet Deniz. Sie dagegen will ihrem
Freund nur von einem Kuss erzählt haben.
Hatte Deniz sie unter Druck gesetzt, wollte
er immer neue Namen wissen? Oder wollte
Sessen Rache an Yvan, weil der schöne
Junge aus der Nachbarschaft nie Interesse
an ihr, der Hauptschülerin, gezeigt hatte?
Denn tatsächlich war nie etwas zwischen
Ivan und Sessen, wie die Ermittlungen der
Kripo ergaben.

Ein Trauma für die Familie


Yvans Tod hat alles zerstört. Pierre und
Fabienne Schneider sitzen am großen Esstisch
im Wohnzimmer. Es ist der Familientisch,
an dem im vorigen Sommer noch
fünf fröhliche Menschen gesessen haben.
Vater, Mutter und drei Kinder. Pierre
Schneider, 52, der als Musiktherapeut in
einer Behinderteneinrichtung arbeitet,
spricht viel, springt immer wieder auf,
geht auf und ab. Erzählt von seinem Sohn,
will nicht, dass das Trauma übermächtig
wird, will vor allem die schönen Erinnerungen
bewahren. Seine Frau Fabienne,
53, spricht kaum. Sie schweigt lange zwischen
einzelnen Sätzen, weint. Es ist weniger
ein Dialog als vielmehr zwei Monologe
von zwei Menschen, die trauern. Und in
dieser Trauer scheint jeder für sich allein
zu sein.

Der Vater: "Wir waren fünf und sind jetzt
vier. Ich bin noch dabei, das Unfassbare zu
begreifen. Yvan war ein wertvoller Mensch,
weil er andere achtete und liebte."

Die Mutter: "Ich bin jeden Tag wütend.
Ich bin jeden Tag traurig. Ich versuche jeden
Tag etwas zu lachen, weil da auch noch
Yvans Geschwister Camille und Pierre
Emmanuel sind. Sie sollen spüren, dass das
Leben für sie weitergeht."


Die Leiche muss verschwinden


Zusammen mit Roman K. bringt Deniz
den toten Yvan mit seinem Mercedes CLK
in eine Lagerhalle seines Vaters in Stuttgart,
legt ihn in einem separaten Raum ab.
Anschließend kehren sie in ihren Alltag
zurück, als wäre nichts passiert, hängen ab,
schauen Videos, kiffen. Wie immer eben.
Deniz fragt schließlich seinen Freund Kajetan
M., 23, genannt Kai, wie man am besten
eine Leiche verschwinden lässt. Der
Deutsch-Pole, der schon an der Planung
beteiligt gewesen sein soll, weiß auch hier
Rat: zerhacken, einzementieren und in den
Neckar werfen. Das Zubehör besorgen die
Freunde im Baumarkt.

Gemeinsam mit Roman K. zerteilen Kai
M. und Deniz E. am 23. August das Opfer
in 14 Teile. "Unangenehm" sei das gewesen,
erinnert sich Deniz E. später, es habe
gestunken, er habe "fast gekotzt". Den Kopf
des Toten Yvan wollen seine Freunde nicht
abschlagen. Das sei Deniz’ Sache.

Die Leichenteile packen die drei zwei
Tage später in Folie und in zwei Reisetaschen
aus Plastik und fahren damit zu Leila
K., einer Freundin von Kai. Die damals
23-Jährige wohnt im Kellergeschoss eines
tristen Mehrfamilienhauses in der Gaishämmerstraße
15 im Stuttgarter Osten.

Der Vater: "Es gibt Menschen, die töten,
Mörder. Aber das mit einem Körper zu machen?
Es ist unfassbar, Barbarei."

Die Mutter: "Vorher glaubte ich nicht,
dass es verlorene Jugendliche gibt. Jetzt weiß
ich es. Sie erschlagen einen anderen und
zerstückeln seinen Körper. Ich verstehe das
Unmenschliche im Menschen nicht."


Am 27. August beschweren sich die anderen
Bewohner des Hauses beim Eigentümer
über starken Verwesungsgeruch.
Er
schickt sofort den Hausmeister. Schon 30
Meter vor der Nummer 15 wird dem Mann
übel, so stark ist der Gestank. Er geht erst
gar nicht hinein, sondern ruft die Polizei.
Die Feuerwehr öffnet die Tür von Leila
K.s Kellerwohnung. In der Badewanne
steht der untere Teil einer großen grünen
Altpapier-Mülltonne. Überall in der Wohnung
ist Zement, überall liegen Putzlappen,
dazu ein blutverschmiertes Wisch-und-
Weg-Tuch. Im Wohnzimmer ist ein
Beil. Mit Blut an der Kante. Aus dem Radio
klingt Musik.

"Soko Zement"


Im Abstellraum finden die Beamten
den großen Teil eines Zementblocks in einer
blauen Ikea-Tüte. Es stinkt nach Fäulnis
und Ammoniak. Fliegen sirren umher.
In dem Block ist Flüssigkeit. Leichenflüssigkeit.
Die "Soko Zement" wird gebildet.

Die Ermittlungen ergeben, dass die jungen
Männer in der Wohnung von Leila K.
die Leichenteile in fünf Blumenkübel
einzementiert
und am 25. August bei
Plochingen
in den Neckar geworfen haben.
Sessen immer an der Seite von Deniz. Für
den Transport benutzten sie den weißen
Mercedes Sprinter von Deniz’ Vater. Den
Rumpf des Opfers hatten sie ursprünglich in
die Mülltonne einzementiert. Weil diese
dann aber zu schwer für den Transport war,
flexten sie die Tonne wieder auf und packten
den Torso in den Kofferraum des Transporters.
Deniz entsorgte ihn in einem Waldstück
bei Großbottwar im Kreis Ludwigsburg
und streute Laub darüber. Sein Vater
Hüseyin E., 45, und Kai M. sollen ihn begleitet
haben.

Was diesen Mord zusätzlich bedrückend
macht: Er war offenbar angekündigt.
Einem Bekannten soll Deniz E. wenige
Wochen vor der Tat erzählt haben, er wolle
"sieben Menschen umbringen, die mit
meiner Freundin zusammen waren". Sehr
bald sollten die Morde stattfinden. Daraufhin
will der Freund zu Deniz’ Vater gegangen
sein und ihm davon erzählt haben.

Die Überreste werden geborgen


Einen Tag nach dem grausigen Fund
in der Wohnung von Leila K. nehmen die
Kripobeamten aus Yvans Zimmer zwei
Schiedsrichterpfeifen, eine Baseballkappe
und zwei Zigarettenkippen mit - Träger
von DNA-fähigem Material. Am Tag darauf
die endgültige Nachricht für die Eltern:
Ihr Sohn ist tot. Am 30. August bergen Polizeitaucher
die zentnerschweren Zementkübel
mit Yvans sterblichen Überresten aus
dem Neckar. Die vier mutmaßlichen Täter
sitzen zu dem Zeitpunkt schon in Haft.
Die Beamten haben schnell gearbeitet.

Am 14. Oktober wäre Yvan 20 Jahre alt
geworden. Der junge Mann, der noch so
viel vorhatte. Im Handball, mit seinen besten
Freunden Raphael, Alexander und
Moritz. Der Physiotherapeut werden oder
Sportmanagement studieren wollte. Der
mit seinem Bruder Pierre Emmanuel, 14,
immer "Die Simpsons" schaute und jeden
Sonntag seine geliebten Großeltern im
Elsass anrief. Der manchmal einfach so in
die Küche kam und seine Mutter umarmte.
Weil er das Leben so schön fand.

Die Mutter: "Es bleiben Fragen wie: Wo
ist Yvan jetzt? Gibt es Gott? Was kommt
nach dem Tod?"

Der Vater: "Ich habe den Wunsch, Yvan
irgendwann, irgendwo wieder zu begegnen.
Er ist vorausgegangen, wir werden noch
hier weiterleben, weil wir noch zwei Kinder
haben."


Ein fauler Macho


Deniz E. ist ein türkisch-schwäbischer
Macho, impulsiv, manchmal aggressiv. Einer,
der seit seinem Hauptschulabschluss
im Juli 2006 auf der faulen Haut liegt, sich
die Raten für den grünen CLK, das Kiffen
und alles andere von seinem Vater bezahlen
lässt. Der mit seiner Mutter kaum
spricht. Er hat keine lange Straftatenliste,
ist kein sogenannter jugendlicher Intensivtäter.
Ein Verfahren gegen ihn im Jahr
2005 wegen Körperverletzung und Beleidigung
war eingestellt worden. Im Jahr zuvor
war er zwei Wochen vom Unterricht ausgeschlossen
worden, weil er Mitschülern
ein Snuff-Video gezeigt hatte. Darin zu
sehen: die Enthauptung eines Soldaten.

Bis Deniz Sessen trifft. Da beginnt er
sich zu verändern. Die beiden lernen sich
im Februar 2007 kennen. Der schmächtige
Junge mit den meergrünen Augen verliebt
sich sofort in das kleine, unschuldig aussehende
Mädchen mit der dunklen Haut
und den vollen Lippen. Wunderschön findet
er sie.

Sessens Eltern kamen vor 27 Jahren aus
Eritrea nach Deutschland. Ihre Mutter hat
eine Halbtagsstelle als Putzfrau, ihr Vater
ist arbeitsunfähig. In all den Jahren waren
sie bemüht, unauffällig zu bleiben, sich
anzupassen. Dann, nach der Tat, brachte
jemand ein Schild vor ihrem Haus an:
"Mörderin". Und alle blickten auf sie.

"Er ist wie besessen von ihr"


Im Frühjahr vorigen Jahres, als ihre Beziehung
zu Deniz beginnt, absolviert Sessen
gerade ein Berufsvorbereitungsjahr.
Deniz chauffiert sie nun im Mercedes,
beschenkt sie mit Klamotten aus dem Billigladen
seines Vaters, ist völlig fixiert
auf das Mädchen. Sein Münchner Anwalt,
Maximilian Pauls aus der Kanzlei Bossi,
sagt: "Er ist wie besessen von ihr."

Sessen soll zunächst behauptet haben,
noch Jungfrau zu sein. Als sich herausstellt,
dass sie gelogen hat, kommt es immer
häufiger zum Streit. Freunden sagt
Deniz, dass er den Gedanken nicht ertragen
könne, dass seine Freundin Männer
vor ihm gehabt hätte, dass sie nicht auf ihn
gewartet habe, sich nicht für ihn aufgespart
habe. Er hasst die anderen, die seine
Freundin "beschmutzt" haben.

Er beginnt Sessen zu kontrollieren. Sie
muss erst sämtliche Jungs-Nummern aus
ihrem Handy löschen, dann kauft er ihr
mehrfach neue Sim-Karten, damit niemand
außer ihm ihre Nummer kennt.
Auch die Nummer von Yvan muss sie sich
erst wieder bei anderen Jugendlichen besorgen,
bevor sie ihn zum Tatort locken
kann. Sie darf nicht mehr mit Freundinnen
in die Disco gehen. Deniz will sie immer
bei sich haben.

Sessen wollte immer im Mittelpunkt stehen


"Erst haben wir ihn für normal gehalten",
sagt Esra*, eine Freundin von Sessen. Doch
dann habe sich herausgestellt, dass er krankhaft
eifersüchtig ist. "Sessen hatte Angst vor
Deniz, gleichzeitig hat sie ihn aber geliebt",
so sieht Lucia*, ein anderes Mädchen, die
Beziehung. Sessen selbst beschreiben Jugendliche
aus Rommelshausen als laut,
lustig, überdreht, oft dramatisierend. Immer
habe sie im Mittelpunkt stehen wollen.
Manchmal habe sie auch zu viel getrunken.

Deniz wird immer aggressiver. Zu
Hause zertrümmert er Mobiliar. Mit einem
Kabel drischt er einmal auf seine Mutter
ein. Selbst seine Freundin schlägt er mehrmals,
so Sessens Anwältin, Martina Kohler.
Immer öfter kommt es zum Streit.

Auch neun Tage vor dem Mord. Die
beiden zoffen sich, sie geht. Deniz E. kündigt
daraufhin zu Hause in einem Brief
seinen Selbstmord an, wartet aber ab, bis
Sessen informiert ist und zum Ort der geplanten
Selbsttötung kommt. Fortan sind
die beiden wieder ein Paar.

"Akut wahnhafte psychotische Störung"


Das vorläufige Gutachten eines Jugendpsychiaters
besagt, dass bei Deniz neben
erheblicher Depressivität "vermutlich eine
akut wahnhafte psychotische Störung"
besteht, die so schwerwiegend ist, dass er
vermindert schuldfähig sei. Das könnte
bedeuten, dass er am Ende der Gerichtsverhandlung
im Maßregelvollzug landet. Zudem
stuft der Experte den zum Tatpunkt
18 Jahre und neun Monate alten Türken als
Jugendlichen ein, was bedeutet, dass er noch
nach Jugendstrafrecht und damit zu maximal
zehn Jahren verurteilt werden kann.

Yvans Eltern wollen zum Prozess gehen,
zumindest an einigen Tagen. Rechtsanwältin
Margrete Haimayer, die für Pierre
und Fabienne Schneider die Nebenklage
vertritt, hat ihnen nicht davon abgeraten.
"Das ist keine juristische Entscheidung,
sondern eine persönliche", sagt sie.

Die Mutter: "Mein Sohn hat die Täter
allenfalls kurz gesehen, es blieb ihm keine
Zeit. Es ist meine Pflicht, das für ihn zu tun.
Außerdem möchte ich das Urteil hören."

Der Vater: "Wenn die Täter nach fünf
oder sechs Jahren freikommen würden - das
wäre eine große Niederlage für uns."
Die Mutter (nach langem Schweigen und
sehr leise): "Warum haben sich die Täter nicht
gegenseitig umgebracht? Das wäre perfekt
gewesen."


*Namen von der Redaktion geändert

Mitarbeit: Eva Wolfangel

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