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Nach Kritik: Röttgen verzichtet auf BDI-Posten

Nach wochenlanger Kritik hat der CDU-Politiker Norbert Röttgen auf sein Amt als Hauptgeschäftsführer beim Bundesverband der Deutschen Industrie verzichtet. Die Diskussion habe gezeigt, dass er das Amt und sein Bundestagsmandat nicht parallel ausüben könne.

Nach scharfer Kritik verzichtet der CDU-Politiker Norbert Röttgen auf den Antritt eines Spitzenpostens beim Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI).

Er begründete seine Entscheidung in einer Pressemitteilung mit der Diskussion in der Öffentlichkeit und im BDI. Die Debatte habe gezeigt, dass sich sein Plan nicht verwirklichen lasse, bis zum Ende der Wahlperiode 2009 im Bundestag und zugleich BDI-Manager zu sein, erklärte der Christdemokrat. "Darum stehe ich für das Amt des Hauptgeschäftsführers des BDI nicht mehr zur Verfügung."

Die Reaktionen

Der BDI reagierte mit Verständnis. "Ich bedauere Herrn Röttgens Entscheidung sehr, aber respektiere, dass er angesichts der öffentlichen hitzigen Diskussion seinem Mandat den Vorzug gibt", hieß es in einer Erklärung von BDI-Präsident Jürgen Thumann am Freitagabend. "Seine (Röttgens) Persönlichkeit hatte alle Mitglieder von BDI-Präsidium und BDI-Vorstand überzeugt. Sie haben ihn einstimmig gewählt. Die Fragen zu seinem Mandat hatten wir in diesen Gremien geklärt."

Röttgen erklärte, er fühle sich der CDU und seinen Wählern gegenüber verpflichtet, das Direktmandat auszuüben. Ursprünglich sollte Röttgen den BDI-Posten zum 1. Januar 2007 antreten. Da er aber bis zur nächsten Bundestagswahl im Parlament bleiben wollte, geriet Röttgen massiv unter Druck, zuletzt auch in den Reihen der CDU/CSU-Fraktion. Die ehemaligen BDI-Chefs Hans-Olaf Henkel und Michael Rogowski hatten verlangt, der CDU-Politiker müsse mit Rücksicht auf das Ansehen des Verbandes das Mandat niederlegen.

Reuters/AP / AP / Reuters