Nachwahl "SPD kann nicht mehr zur Union aufschließen"


Wahlforscher haben errechnet: Theoretisch kann die SPD bei der Nachwahl in Dresden ihren Rückstand von drei Mandaten noch in einen Gleichstand verwandelt. Tatsächlich ist es aber nahezu unmöglich.

Ohne das Ergebnis im Wahlkreis Dresden I hätten CDU/CSU im neuen Bundestag 225 Sitze (darunter sechs Überhangmandate), die SPD 222 (davon neun Überhangmandate). Theoretisch kann die SPD bei der Nachwahl am Sonntag in Dresden ihren Rückstand von drei Mandaten noch in einen Gleichstand verwandeln. Tatsächlich ist es aber nahezu unmöglich. Das ergibt sich aus Berechnungen von Wahlforschern des Internetportals wahlrecht.de, die das komplizierte Wahlrecht berücksichtigen.

Danach gibt es folgende Möglichkeiten:

- Die CDU verliert eines ihrer drei Überhangmandate in Sachsen, wenn sie bei der Dresdner Nachwahl rund 42.000 Zweitstimmen oder mehr erhält. Bleibt sie unter dieser Zahl, behält die CDU alle drei Mandate. Dieser Widersinn ist Folge des Wahlrechts: Überhangmandate entstehen dann, wenn eine Partei in einem Bundesland mehr Direktkandidaten durch Erststimmen durchbringt, als ihr nach dem Ergebnis der Zweitstimmen zusteht.

Erreicht die CDU - auch im Verhältnis zu ihren Zweitstimmen - ein gutes Erststimmenergebnis, so könnte ihr auch ein weiteres (viertes) Überhangmandat in Sachsen zufallen.

- Bei einem unerwartet starken SPD-Zweitstimmenergebnis in Dresden von rund 40 Prozent und einem sehr schwachen Resultat für die Grünen könnten die Sozialdemokraten den Grünen einen Sitz in Sachsen abnehmen.

- Wenn alle Wahlberechtigten zur Abstimmung am Sonntag gingen und mehr als 90 Prozent von ihnen SPD wählten, könnten die Sozialdemokraten sogar zwei zusätzliche Sitze gewinnen. Ein solches Ergebnis kann als ausgeschlossen betrachtet werden.

Fazit: Im günstigsten Fall kann die SPD am Sonntag bis auf einen Sitz an die Union herankommen. Die CDU/CSU bleibt damit stärkste Fraktion im Bundestag.

DPA DPA

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