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Neuer Münchner Erzbischof: Ein frommer Fundi namens Marx

Einen Tag vor seinem offiziellen Amtsantritt als Münchner Erzbischof hat Reinhard Marx seinen Treueeid gegenüber Bayern und Deutschland abgelegt. Der wortgewaltige Mann steht für einen offensiven Katholizismus - ohne faule Kompromisse. Ein Porträt.

Von Frank Ochmann

Alle waren glücklich, so schien es. Die Medienberichte zum ersten Auftritt des neuen Münchner Erzbischofs bei der traditionellen "Einholung", dem feierlichen Empfang an der Bistumsgrenze, betonten vor allem eins: seine Leutseligkeit, die frische Sprache, die Offenheit und Freundlichkeit fern jener klerikalen Scheu, aus der sich manch schmallippiger Bischof nicht zu befreien weiß.

Mit solchen Problemen hat Reinhard Marx noch nie zu kämpfen gehabt. Wer seine Meinung erfahren will, wird sie zu hören bekommen. Und wer nicht, sehr wahrscheinlich auch. So etwas mögen Medienleute, auch die glaubensfernen. Marx steht bekennend für einen Offensiv-(nicht Rambo)-Katholizismus, weiß aber, wie dessen Chancen hierzulande stehen. Die Gesellschaft, der Staat ist säkular, verweltlicht, gottlos vielleicht sogar in weiten Teilen.

"Wir gehen einen sehr langen Weg"

Natürlich darf sich kein Bischof damit zufriedengeben, denn dann wäre das Abendland - in seiner klassischen Prägung jedenfalls - wirklich verloren. „Wir gehen einen sehr langen Weg“, sagt Marx ohne jene Illusionen einer angeblichen religiösen Wiedergeburt, die manchen überkamen, als eine Millionenschar vor allem junger Menschen zum aufgebahrten Papst Johannes Paul II. und Hape Kerkeling nach Santiago de Compostela pilgerte. Marx ist zwar unübersehbar Optimist, aber kein Träumer. "Beeee-ne-detto!" rufen und tatsächlich so leben, wie sich der deutsche Papst das als allgemein verbindliches Menschenmodell vorstellt, sind zwei Dinge, die nur selten etwas miteinander zu tun haben. Auch das weiß Reinhard Marx, der inzwischen als wahrscheinlicher Nachfolger des eben zurückgetretenen Kardinals Karl Lehmann im Amt des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz gilt.

Nach rund vier Jahren als Direktor der Kommende in Dortmund, des Sozialinstituts der Diözese Paderborn, ist er im Umgang mit Malochern im Ruhrpott ebenso geübt wie mit Politikern und Topmanagern. Und auch bei denen hält er nicht den Mund, zumal er offiziell Sprecher der deutschen Bischöfe für soziale Fragen ist. Als Christdemokraten wie Heiner Geißler und Norbert Blüm ihm nach dem katholischen Sozialpapier von 2003 vorwarfen, er sei offenbar neoliberalem Gedankengut verfallen und verbreite "Häresie aus Bischofsmund", konterte Marx, die Zukunft ließe sich bestimmt nicht gewinnen, indem man an der Gegenwart nichts ändert.

Offene Kritik an Siemens-Vorstand

Das haben offenbar auch die Gewerkschaften begriffen, mit denen Marx selten im Dissens steht. Als sich beispielsweise im Herbst 2006 der Vorstand von Siemens, der die Münchner Mariensäule mit der "Patrona Bavariae" bequem zu Fuß erreichen kann, eine saftige Gehaltserhöhung gönnte und zur selben Zeit an die 6000 Stellen im Konzern abbaute, bekam er es mit Marx über die "Bild"-Zeitung zu tun. "Dreist" nannte der damals noch in Trier residierende Bischof das Verhalten der Manager und stellte heraus, es sei nicht zu akzeptieren, wenn die Kapitalrendite über das Gemeinwohl gestellt würde.

Der erste Westfale auf der Kathedra des heiligen Korbinian muss sich seiner Herkunft wegen wohl nicht allzu viele Gedanken machen. Schließlich war der Bistumsgründer selbst auch kein Bayer, sondern ein südlich von Paris geborener Franzose, der im Alpenraum missionierte und um 720 herum erster Bischof Freisings wurde. Sein 73. Nachfolger stammt aus Geseke, einer Kleinstadt im Kreis Soest an der Grenze zum Ruhrgebiet und zum Sauerland. Am 21. September 1953 wurde er dort als Sohn eines Schlossermeisters geboren. Der Vater starb früh, die Mutter wenige Wochen vor der Berufung des seit 1996 bischöflichen Sohnes von Trier nach München.

Keine Toleranz für faule Kompromisse

Seine im Jahr der deutschen Einheit publizierte Doktorarbeit fragt im Titel "Ist Kirche anders?" - anders als die Gesellschaft, anders als eine oft sich selbst genügende Welt? Die Antwort, die er nach dichten 450 Seiten gibt, hat ihm sicher auch den Weg in den Münchner Liebfrauendom geebnet, denn sie entspricht voll und ganz der immer wieder bekundeten Überzeugung des amtierenden Papstes: Niemals darf sich die Kirche anpassen oder verzwecken lassen für eine Gesellschaft, die Religion wie Sport oder Musik nur als Teil der Kultur sieht, nicht aber als ihr Fundament.

Zu Kompromissen ist Marx als Realist natürlich bereit, nicht aber zu solchen, die ihm faul erscheinen. Das musste in Sachen katholischer Identität und ökumenischer Grenzüberschreitung auch der Saarbrücker Priester und Professor Gotthold Hasenhüttl erfahren, als er im Juli 2003 beim ersten ökumenischen Kirchentag in Berlin das Abendmahl gemeinsam mit einem evangelischen Pastor feierte und damit massiv gegen geltendes katholisches Kirchenrecht verstieß. Natürlich rechnete Marx mit Protesten als er als zuständiger Trierer Bischof Hasenhüttl kurz darauf suspendierte und ihm die kirchliche Lehrerlaubnis entzog. Doch wer glaubt, zu befürchtender oder sogar schon spürbarer Widerstand lasse einen wie Marx zurückzucken, wenn es für ihn um die Wahrheit geht, wird sein Urteil schnell korrigieren müssen.

Am Ende seiner Doktorarbeit zitiert der neue Münchner Erzbischof die dramatische Prophezeiung des 1976 verstorbenen Schriftstellers und langjährigen französischen Kulturministers André Malraux: "Das 21. Jahrhundert wird religiös sein, oder es wird gar nicht sein." Wer Reinhard Marx nur für einen gemütlichen Bierzeltbischof hält, sollte diesen Satz noch einmal in Ruhe bedenken.

Ich bin Freiberufler und werde diskreditiert!
Ich habe als Freiberufler für eine Firma gearbeitet wo bis zur letzten Minute alles super in Ordnung war. Der nächste Auftrag stand für einen Sonntag und der wurde mir ohne Begründung entzogen ohne Angaben von Gründe und das zwölf Stunden vor Antritt. Nun gut Gespräch mit der Leitung hat ergeben das eine leitende Person ein Statement abgeben hat über die Verkaufs Menge bzw Umsatz. Damit muss ich leben an diesem Tag war nicht los. Habe mich dann bei einer anderen Promotion Agentur beworben und heute ein Gespräch gehabt mit Vorführung meiner Kenntnisse. Bei dieser Präsentation wurde die mir zur Seite gestellte BC während dem Gespräch informiert von Mitarbeitern der anderen Agentur das ich nicht zu gebrauchen wäre und sogar sehr unfreundlich meinen Job verrichten. Aus diesem Grund bin ich dann nicht genommen worden. Als ich Zuhause war habe ich die alte Agentur zur Rede gestellt was das für eine Vorgehensweise wäre dort wurde ich von der Leitung mehr oder weniger kalt gestellt mit den Worten das wäre in der Branche normal man könnte nicht dulden mich dort im Store arbeiten zu lassen das wäre nicht gut für die eigene Mannschaft. Also folgender Problem ergibt sich nun. Da ich in Düsseldorf zuhause bin und dort auch meine Tätigkeit ausübe werde ich in allen Stores nun keine Aufträge mehr erhalten wenn es dieser Agentur gestattet ist ohne ein klärendes Gespräch meinen Ruf zu beschädigen. Bitte um Hilfe da meine LebensGrundlage mir gerade dadurch entzogen wird. Ich glaube es hat etwas damit zutun das ich homosexuelle bin und einer Dame das nicht passt.