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Michael Kretschmer Osterurlaub in Deutschland? Sachsens Ministerpräsident spricht Klartext

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer vor einem dunklen Hintergrund
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer bezieht in der Debatte um den Lockdown eine klare Position
© Peter Endig / DPA
Wann normalisiert sich die Lage in Deutschland angesichts der Corona-Pandemie, und können wir demnächst wieder im eigenen Land Urlaub machen? Ein prominenter CDU-Politiker startet die Debatte um dieses Thema.

Wird Urlaub in Deutschland über Ostern wieder möglich sein? Das überlegen sich derzeit wohl viele Menschen – nach mehr als einem Jahr Corona-Pandemie und Monaten im Homeoffice. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat jetzt ganz klar Stellung zu dem Thema bezogen, und seine Einstellung dürfte diejenigen enttäuschen, die auf Urlaub im eigenen Land in der kommenden Feriensaison gehofft hatten. Denn Kretschmer schließt Urlaub in Deutschland über Ostern aus. "Ich bin dafür, Wahrheiten auszusprechen. Osterurlaub in Deutschland kann es dieses Jahr leider nicht geben", sagte Kretschmer der "Bild am Sonntag". "Zu große Mobilität etwa durch Reiseverkehr und Tourismus bereits im April ist Gift. Wir würden alles zerstören, was wir seit Mitte Dezember erreicht haben." 

Eine Rückkehr zur "Normalität" wie im vergangenen Herbst würde zu einer "Explosion der Infektionszahlen" wie im November und Dezember führen, begründet Kretschmer. Die Folge wäre ein harter Lockdown im Frühjahr. Das müssen wir unbedingt vermeiden."

Michael Kretschmer: Tourismusbranche in Sachsen steht an Ostern still

Lockerungen müssten vorsichtig und Schritt für Schritt erfolgen, führte der CDU-Politiker weiter aus. "Gaststätten und Hotels werden in Sachsen auch über Ostern geschlossen sein müssen. Auch der Spielbetrieb in Opernhäusern und Theatern kann frühestens erst nach Ostern wieder aufgenommen werden." Die Erfahrung der vergangenen Monate zeige: "Kleinste Veränderungen im Verhalten der Bevölkerung, beispielsweise eine höhere Mobilität und mehr Kontakte, führen sofort zu höheren Infektionszahlen."

Gleichzeitig verteidigte Kretschmer die seit Sonntag geltenden Reisebeschränkungen und Kontrollen zu Tschechien, selbst wenn diese zu kilometerlangen Staus führen sollten. "Für einen wirksamen Schutz müssen wir auch Unannehmlichkeiten in Kauf nehmen", sagte er. "Wir haben in Deutschland mit massiven Maßnahmen und enormen Kosten die Infektionszahlen senken können. Das dürfen wir nicht verspielen. Klar ist: Ohne Negativ-Test darf keiner mehr über die Grenze." Auf absehbare Zeit dürften nur noch Pendler einreisen, die für die medizinische Versorgung wichtig sind.

Schärfere Grenzkontrollen wegen Corona seit Sonntagfrüh

Seit der Nacht zum Sonntag gelten an den Grenzen zu Tschechien und Österreich strenge Kontrollen, um eine Ausbreitung neuer Corona-Mutanten in Deutschland zu beschränken. Deutschland führte vorübergehend stationäre Grenzkontrollen an der Grenze zu Tschechien sowie im grenzüberschreitenden Luftverkehr aus Tschechien und Österreich ein, wie ein Sprecher der Bundespolizeidirektion erklärte. An der deutsch-österreichischen Landesgrenze wurden demnach die bereits vorübergehend wiedereingeführten Grenzkontrollen verstärkt.

Die im Vorfeld befürchteten Staus an den Grenzübergängen blieben den Angaben zufolge vorerst aus. "Nach hiesigen Erkenntnissen kam es bis dato hierbei zu keinen nennenswerten Vorfällen oder Staubildungen", erklärte der Sprecher. Für Tschechien, die Slowakei und das österreichische Bundesland Tirol gelten wegen der Ausbreitung von Corona-Mutanten ab Sonntag harte Beschränkungen für die Einreise nach Deutschland. Die Bundesregierung hatte die Gebiete zuvor als "Virusvarianten-Gebiete" eingestuft. Für diese gilt ein grundsätzliches Beförderungsverbot für Fluggesellschaften, Bahn-, Bus- und Schifffahrtsunternehmen. 

Außerdem müssen Einreisewillige sich vorab auf das Coronavirus testen lassen. Auch gilt eine Quarantänepflicht nach der Ankunft in Deutschland. Mit Tschechien und Tirol sind erstmals direkte Nachbarregionen Deutschlands von diesen Maßnahmen betroffen.

anb AFP DPA

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