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Oury Jalloh starb 2005: Hunderte Demonstranten fordern Aufklärung des Todesfalls

Der Asylbewerber Oury Jalloh starb bei einem Brand in einer Polizeizelle in Dessau. Zehn Jahre später gehen Hunderte auf die Straße - sie verlangen Aufklärung in dem Fall, der bis heute ungeklärt ist.

"Oury Jalloh von Polizisten ermordet vom Staat vertuscht": Zum zehnten Todestag des Asylbewerbers Oury Jalloh demonstrierten hunderte Menschen in Dessau-Roßlau

"Oury Jalloh von Polizisten ermordet vom Staat vertuscht": Zum zehnten Todestag des Asylbewerbers Oury Jalloh demonstrierten hunderte Menschen in Dessau-Roßlau

Rund 700 Menschen sind am Mittwoch zum zehnten Todestag des Asylbewerbers Oury Jalloh in Dessau-Roßlau auf die Straße gegangen. "Wir fordern eine vollständige Aufklärung des Falls", sagte ein Sprecher der "Initiative in Gedenken an Oury Jalloh" in Dessau-Roßlau.

Der aus Sierra Leone stammende Jalloh war bei einem Brand in einer Gewahrsamszelle des Polizeireviers ums Leben gekommen. Die genauen Umstände sind trotz langer Verfahren bis heute nicht restlos geklärt.

Zweifel an Selbstanzündung

Zuletzt bestätigte der Bundesgerichtshof im September 2014 das Urteil des Landgerichts Magdeburg. Der damals verantwortliche Polizist wurde wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe von 10.800 Euro verurteilt. Das Landgericht hatte erklärt, Jalloh habe in betrunkenem Zustand das Feuer in seiner Zelle selbst gelegt.

Einige bezweifeln jedoch, dass Jalloh in der Zelle die Pritsche, auf der er zur Ruhigstellung festgebunden war, selbst angezündet haben kann. Ein Ermittlungsverfahren der Dessauer Staatsanwaltschaft zur Entstehung des Feuers läuft derzeit noch.

kis/DPA / DPA