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Pläne von Justizminister Maas Gesetz zur Frauenquote soll bis Ende März stehen


Die letzte Regierung hat sich mit dem Thema Frauenquote schwer getan. Die GroKo will es besser machen - und schneller. Justizminister Heiko Maas stellt einen ambitionierten Zeitplan fürs Gesetz vor.

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) will bis Ende März einen Gesetzesentwurf für eine Frauenquote in Aufsichtsräten vorlegen. "Das hat absolute Priorität. Die Frauenquote in Aufsichtsräten werden die Frauenministerin Manuela Schwesig und ich gemeinsam innerhalb der ersten hundert Tage auf den Weg bringen", sagte Maas der Zeitung "Bild am Sonntag". Die Quote in den Aufsichtsräten sei "ein erster Schritt" und werde auch Auswirkungen auf die Vorstände haben. Maas kündigte auch an, im eigenen Ministerium mit gutem Beispiel voranzugehen.

Nach Ansicht des Justizministers ist die Quote notwendig, weil männliche Chefs den Aufstieg von Frauen immer noch behindern. "Wir haben heute die am besten ausgebildeten Frauen überhaupt. Von den beruflichen Qualifikationen her könnten Frauen jeden Job wahrnehmen", sagte Maas. Allerdings gebe es im Berufsleben nach wie vor Strukturen, die für einzelne Frauen schwer aufzubrechen sind. Dabei sei es auch volkswirtschaftlich "ein großer Fehler" hochqualifizierten Frauen den Weg nach ganz oben zu versperren. "Da wollen wir mit der Quote helfen", sagte Maas.

"Ich bin ein Rückschlag"

Laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) stieg der Frauenanteil in den Vorständen der 200 größten deutschen Unternehmen im vergangenen Jahr leicht um 0,4 Prozentpunkte, lag damit aber immer noch lediglich bei 4,4 Prozent. In den Aufsichtsräten erhöhte sich die Zahl der Frauen von 12,9 Prozent im Jahr 2012 auf 15,1 Prozent der Aufsichtsratssitze. In den 30 DAX-Unternehmen fiel der Frauenanteil in den Vorständen jedoch um 1,5 Prozentpunkte auf 6,3 Prozent. In den Aufsichtsräten erhöhte er sich um 2,5 Prozentpunkte auf rund 21,9 Prozent.

"Mehr Frauen in den Aufsichtsräten werden zu mehr Frauen in den Vorständen führen", zeigte sich Maas überzeugt. Auch der gesellschaftliche Druck werde steigen. "Wenn ein Unternehmen die Chefposten permanent nur mit Männern besetzt, wird es sich dafür öffentlich nur noch schwer rechtfertigen können." Laut dem Koalitionsvertrag der schwarz-roten Bundesregierung soll eine Frauenquote eingeführt werden, die von 2016 an börsennotierten Unternehmen verpflichtend vorschreibt, mindestens 30 Prozent der Aufsichtsratssitze mit Frauen zu besetzen.

Maas mahnte an, dass die Bundesregierung auch bei den Staatskonzernen Bahn, Post und Telekom mehr Frauen in die Vorstände bringe: "Auch wir sind in der Pflicht, unseren Einfluss geltend zu machen und auf mehr Frauen in Vorständen zu drängen." Der Justizminister will auch in seinem eigenen Ministerium Frauen gezielt befördern. "Im Sinne der Quote bin ich persönlich ein Rückschlag. Denn ich bin seit 15 Jahren der erste männliche Justizminister", sagte der SPD-Politiker der "Bild am Sonntag". Daher wolle er umso intensiver versuchen, Führungsposten mit Frauen zu besetzen.

Malu Dreyer drängt auf mehr Förderung

In die gleiche Kerbe schlägt Malu Dreyer (SPD). Frauen müssen nach den Worten der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin auf dem Weg in die Chefetagen mehr gefördert werden. Wenn es zwei Politikerinnen nach ganz oben schaffen - wie etwa als Spitzenkandidatinnen im Landtagswahlkampf in Thüringen - dann werde das als "Frauenduell" zum großen Thema. "Das zeigt, dass es immer noch nicht ganz normal ist, dass Frauen in Führungspositionen sind", sagte Dreyer in einem Interview mit der DPA. Die Frage nach einem typisch weiblichen Führungsstil findet sie schwer zu beantworten. Auch jüngere Männer seien oft kooperativer und kommunikativer als die der älteren Generation. Entspannter sei es allerdings, wenn Gremien mit vielen Frauen besetzt seien.

swd/AFP/DPA DPA

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