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Programmdebatte der Linkspartei: Gysi fordert Kompromisse

Der Fraktionschef der Linkspartei, Gregor Gysi, fordert von seiner Partei mehr Kompromissbereitschaft. In der Programmdebatte hatten die Linken über ihre unterschiedlichen Positionen diskutiert.

Linken-Fraktionschef Gregor Gysi hat seine Partei in der Diskussion über das künftige Programm zu Kompromissen aufgerufen. "So eine Programmdebatte in einer linken Partei spitzt sich immer erst mal zu", sagte Gysi am Montag im Deutschlandradio Kultur. Aber drei Monate vor der geplanten Verabschiedung des Programms im kommenden Jahr "müssen wir dann Kompromisse finden". Denn er wolle ja nicht, dass das Programm nur von 55 Prozent der Mitglieder gebilligt wird. Es sollten schon etwa 90 Prozent sein, sagte der Fraktionschef.

Die Linken hatten auf einem Programmkonvent am Sonntag kontrovers über ihre inhaltlichen Positionen diskutiert. Gysi verwies darauf, dass Forderungen nach einer Bankenverstaatlichung, der 30-Stunden-Woche und ein Ersetzen der NATO nicht nur vom früheren Parteichef Oskar Lafontaine vertreten würden, sondern in der Partei "weit verbreitet" seien. Die beiden Parteivorsitzenden Gesine Lötzsch und Klaus Ernst hätten allerdings recht, "wenn sie sagen, man muss immer ran an die Leute mit unserem konkreten Programm", fügte Gysi hinzu. Die Menschen müssten spüren, "wir wissen, was sie beschäftigt, was sie bewegt, und sie müssen auch sehen, welche Lösungen wir dafür anbieten."

AFP / AFP