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Bundestagswahl 2021 Bodo Ramelow will die Linke erneuern: "Das Wahlergebnis ist ein Denkzettel"

Bodo Ramelow (Die Linke) zur Bundestagswahl 2021
Bodo Ramelow (Die Linke) will nach dem schlechten Abschneiden seiner Partei bei der Bundestagswahl keine Personaldebatte führen.
© Martin Schutt / DPA
Die Linke hat bei der Bundestagswahl 2021 viele Stimmen eingebüßt. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow forciert eine grundlegende Neuausrichtung seiner Partei – Kritik an der Parteiführung lässt er jedoch nicht zu.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) sieht in dem schlechten Abschneiden seiner Partei bei der Bundestagswahl einen Anstoß zur Erneuerung. "Das Wahlergebnis ist ein Denkzettel, aber es ist auch ein Ansporn, uns zu sortieren und festzulegen", sagte er der Zeitung "Welt".

Die Partei müsse sich bei ihren Themen fokussieren, sagte Ramelow weiter. "Was sind die Themen, die wir bundesweit massiv spielen müssen?" Das sei vor allem der soziale Zusammenhalt, der in den vergangenen Jahren massiv verletzt worden sei. Die Menschen im Osten trauten aufgrund von Erfahrungen mit politischen Versprechen auch der Linkspartei nicht zu, ihre Interessen durchzusetzen.

Alle aktuellen Entwicklungen zur Bundestagswahl 2021 lesen Sie hier im stern-Liveblog.

Ramelow kritisiert fehlende Inhalte im Wahlkampf

Ramelow sprach sich aber gegen eine Personaldebatte über Fraktions- und Parteiführung aus und stellte sich vor die Parteivorsitzenden Susanne Hennig-Wellsow und Janine Wissler sowie Fraktionschef Dietmar Bartsch: "Dieses Spitzenpersonal hat unter großem Druck gut zusammengearbeitet."

In den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland vom Montag kritisierte Ramelow die Konzentration des Wahlkampfes auf die drei Kanzlerkandidaten von Union, SPD und Grünen – sowie ihre Parteien. "Da hat keine inhaltliche Auseinandersetzung mehr stattgefunden."

Linke bleibt offenbar im Bundestag

Mit Blick auf die innerparteilichen Debatten fügte der Erfurter Regierungschef hinzu: "Es geht nicht darum, Parteitage zu gewinnen, sondern nach außen Kompetenz auszustrahlen." Und da solle etwa der Forderung, Bildung und Betreuung beitragsfrei zu gestalten, mehr Kraft gewidmet werden als dem Gendersternchen.

Die Linke lag in den Hochrechnungen vom Sonntagabend bei fünf Prozent. Sie hat aber auch dann Chancen auf den Wiedereinzug ins Parlament, wenn sie unter fünf Prozent fällt. In Berlin und Leipzig wird die Partei allem Anschein nach insgesamt drei Direktmandate erreichen – dann bekäme sie nach der Grundmandatsklausel Mandate entsprechend ihrem Zweitstimmenergebnis zugeteilt.

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sve DPA

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