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RAZZIA: Elf Islamisten festgenommen

In einer Großaktion gegen mutmaßliche Islamisten hat das Bundeskriminalamt elf mutmaßliche Islamisten vorläufig festgenommen. Nach Angaben der Bundesanwaltschaft sollen die Verdächtigen von Deutschland aus Afghanistankämpfer logistisch unterstützt haben.

In einem Großeinsatz hat die Polizei heute in ganz Deutschland elf mutmaßliche Islamisten vorläufig festgenommen. Eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe sagte, die Mitglieder der palästinensischen »Al-Tawhid«-Bewegung würden verdächtigt, Anschläge in Deutschland geplant zu haben.

Insgesamt seien 19 Wohnungen durchsucht worden, erklärte die Bundesanwaltschaft. Dabei seien neben den Ländepolizeien auch Polizisten des Bundeskriminalamtes und die Anti-Terror-Einheit GSG 9 des Bundesgrenzschutzes zum Einsatz gekommen. Die Al-Tawhid-Gruppe sei bisher überwiegend mit der Fälschung von Pässen und der Unterstützung von Afghanistan-Kämpfern aufgefallen. Eine Verbindung zum Anschlag auf die Synagoge von Djerba gebe es nicht. Nach Informationen der ARD sollen die monatelang observierten Männer bereits Waffen gekauft haben. Einige seien in afghanischen Camps ausgebildet worden.

Anhaltspunkte für Anschlags-Planungen in Deutschland

In einer Erklärung der Bundesanwaltschaft hieß es, es bestünden »Anhaltspunkte, dass diese Zelle begonnen hat, Anschläge in der Bundesrepublik Deutschland zu planen«. Es handele sich bei Al Tawhid um eine ideologisch-religiös ausgerichtete Bewegung, die auf der Grundlage eines aggressiv-militanten Fundamentalismus den weltweiten so genannten Heiligen Krieg ihrer Glaubensbrüder unterstütze. Sitz der Organisation in Europa sei wahrscheinlich Großbritannien.

Seit dem Morgen hatten die Sicherheitskräfte Wohnungen in Essen, Düsseldorf, Krefeld, Georgsmarienhütte, Berlin, München, Regensburg, Nürnberg, Hamburg und Beckum durchsucht. Dabei wurden nach Angaben der Bundesanwaltschaft Computer, Disketten, Fälschungsutensilien und falsche Pässe sicher gestellt. Die vorläufig festgenommenen Männer sollten noch im Tagesverlauf verhört werden. Danach werde entschieden, ob sie dem Haftrichter vorgeführt würden, sagte eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft.

Deutsche Zelle war in internationales Netzwerk eingebunden

Nach Angaben der Ermittlungsbehörde hatte sich um den 36-jährigen Palästinenser Yaser H. aus Essen eine Zelle der Al Tawhid gebildet. Die deutsche Zelle sei in ein internationales konspiratives Netz eingebunden gewesen, das unter anderem die logistische und finanzielle Unterstützung sicher stelle. Das Bundesamt für Verfassungsschutz vermutet seit Jahren mehrere hundert gewaltbereite Islamisten in Deutschland.

Nach Darstellung der ARD waren die mutmaßlichen Islamisten mehrere Monate beobachtet worden. Ob auch Deutschland eines ihrer Angriffsziele gewesen sei, sei aber noch unklar.