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Reaktion auf Internet-Videos: Oettinger geht zum Sprachtraining

Im Internet ist Günther Oettinger ein Star. Videos zweier Reden sind der Renner im Netz. Mit seinem "Spätzle-Englisch" hat er die Lacher auf seiner Seite. Jetzt will der zukünftige EU-Kommissar an der Aussprache feilen.

In seinem Lebenslauf gibt der scheidende baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger seine Englisch-Kenntnisse mit "gut" an. Aber mit zwei derzeit im Internet kursierenden Videos zieht er mit starkem deutsch-schwäbischem Akzent zunehmend die Lacher auf sich. Oettinger will das aber nicht überbewerten. "Ich halte es nicht für verwerflich, dass der Dialekt zu hören ist, wenn ich Englisch spreche. Ich bekenne mich zu meinem Dialekt", sagte der CDU-Politer den "Stuttgarter Nachrichten". Er habe im Gymnasium neun Jahre Latein und fünf Jahre Englisch gehabt. "In den vergangenen 30 Jahren habe ich nicht jeden Tag Englisch gebraucht. Jetzt werde ich Sprachtraining nehmen", kündigte Oettinger an.

Am 9. Februar soll Oettinger in Brüssel als EU-Kommissar für Energiefragen bestätigt werden, er will sich mit seinem neuen Posten aber nicht allein auf das Thema Energiepolitik beschränken. Er sehe sich "mehr denn je als Dienstleister". Schon jetzt zeichne sich ab, "dass das Thema Währungsstabilität ein Megathema werden wird. Der Euro ist in Gefahr, instabil zu werden", wird Oettinger zitiert. Diesem Prozess werde er nicht tatenlos zusehen.

"Ein Kommissar aus Deutschland muss sich einschalten, wenn sich abzeichnet, dass mehr als fünf Länder der Euro-Zone instabil sind und auf absehbare Zeit die Währungskriterien nicht erreichen können", erklärte der designierte Nachfolger Günter Verheugens in der EU-Kommission. Im Übrigen wolle er sich auch künftig für die CDU engagieren. "Innerhalb der EU-Kommission haben wir geklärt, dass wir unsere Parteimitgliedschaften nicht zum Ruhen bringen müssen, sondern in jeder Form an der öffentlichen Meinungsbildung mitwirken dürfen. Auch in Wahlkämpfen", sagte Oettinger. Er sei "in jeder Form in der Lage, parteipolitisch Flagge zu zeigen".

DPA/AP / AP / DPA