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Sahra Wagenknecht: Das Politische ist privat

Als "schöne Kommunistin" ist sie bekannt geworden. Nun ist sie zuerst einmal "die Freundin" von Oskar Lafontaine. Was bleibt von Sahra Wagenknecht?

Von Sophie Albers

Sie nehme sich das Recht auf persönliches Glück, sagt Sahra Wagenknecht, als sie im Warteraum von Michel Friedmans Streitshow auf die Aufzeichnung wartet, um mal wieder aufrecht und analytisch vom Ende des Kapitalismus zu träumen. Vor den Mindestlöhnen und der Regulierung der Finanzmärkte geht es bei Kaffee (Milch, kein Zucker) und Keksen um Lebensstandards und Goethe.

Was "Glück" in Wagenknechts Fall auch bedeutet, verrät eineinhalb Tage später Oskar Lafontaine, Ex-Linkenchef mit Machtentzugserscheinungen, auf dem Landesparteitag im heimischen Saarbrücken. Dort stellt er die stellvertretende Partei- und Fraktionsvorsitzende als seine Freundin vor - und schießt damit Leben und Karriere der zurückhaltenden Frau mit den harten Thesen mal eben in eine andere Umlaufbahn: Die Zurschaustellung von Gefühlen war noch nie Wagenknechts Sache. Und diese Liebe

"Keine Chance" gegen Wagenknecht

Ja, Sahra Wagenknecht ist eine schöne Frau, doch versucht sie seit Jahren der romantisierenden, verniedlichenden, männlichen Sicht auf ihre Person zu entkommen. Das graue Kleid, in dem sie bei "Studio Friedman" auftritt, hatte sie bereits am Vortag an. Sie wird es auch am Samstag im Saarland tragen, als die Fotografen sie neben Lafontaine abschießen. Die viel zitierte Hochsteckfrisur hat sie seit mehr als zehn Jahren nicht geändert. Sie fände es "unglaubwürdig", sich plötzlich anders zu stylen und "peinlich", damit das Image beeinflussen zu wollen. Koketterie sucht man in diesem Augenblick umsonst. "Ich frage mich immer wieder, warum die Bewertung meiner Kleider wichtiger ist, als die Bewertung dessen, was ich vertrete."

Diese Frage ist in unserer Mediengesellschaft genauso unzeitgemäß wie Wagenknechts politische Beharrlichkeit. Allerdings bringt die ihr Respekt ein und macht sie derzeit zu einer Vorreiterin der "Occupy"-Bewegung. Sie kenne ihre Grenzen, ab denen sie sich selbst verleugne, sagt Wagenknecht. Natürlich bedeute Politik auch Kompromiss. "Es gibt durchaus Bereiche, in denen man Kompromisse machen kann. Aber die Grundpositionen stehen fest." An deren Popularität in Zeiten der Finanzkrisen zerschellt in der Friedman-Show dann auch mal eben Unionspolitiker Peter Altmaier, obwohl der sogar eine schwarzrot-gestreifte Krawatte angelegt hatte. Gegen Wagenknecht habe er "eh keine Chance", verrät er vor der Sendung dem Moderator.

Die "schöne Kommunistin"

Woher hat eine Frau von gerademal 42 Jahren so viel politisches Durchhaltevermögen oder auch Sturheit - je nach Sichtweise -, das ihre ärgsten Feinde resignieren? Wie wurde sie so politisiert, dass sie mit 20, ein halbes Jahr vor Mauerfall, in die SED eintrat und zwei Jahre später bereits im Parteivorstand der Folgepartei PDS saß?

"Goethe", sagt Wagenknecht. Den "Faust" habe sie mit 16 das erste Mal gelesen. Die politische Dimension Goethes habe sie etwas später mit "Iphigenie auf Tauris" begriffen, als sie las, wie Deutschlands größter Dichter vom Hunger der Arbeiter in Apolda berichtete, wie er in dieser schrecklichen Welt des Machthungers und Egoismus "gut sein" wollte. Das wollte Sahra Wagenknecht auch. Will es noch immer. Und deshalb wird sie nie müde zu betonen, dass sie die Verhältnisse ändern will. "Ich finde es einfach unglaublich, wie Menschen sich in einer Gesellschaft einrichten, die vielen schlechtere Lebensbedingungen bietet, als sie sie eigentlich haben könnten."

Das klingt naiv? Zynismus findet Wagenknecht genauso verwerflich wie den Kapitalismus selbst. Ja, der Mensch sei gierig, aber man müsse die gesellschaftlichen Strukturen dahingehend ändern, dass die Gier keine Chance hat. "Wenn man als Linke Politik macht, will man etwas anderes als das, was ist. Für ein Verwalten des Status quo braucht man die Linke und mich nicht. " Sie ist also Idealistin? "Ich hoffe doch Realistin!", sagt Wagenknecht und lacht mit dem ganzen Gesicht.

Angeblich hat sie das früher nicht so häufig getan. Böse Zungen nennen ihre zurückhaltende, zuweilen steife Art und das Leben in Büchern, das sie führt, seitdem sie in der DDR nicht studieren durfte, gar "autistisch". "Es kommt immer darauf an, in welchem Umfeld man beobachtet wird", sagt Wagenknecht. "Wenn ich über die Eurokrise rede, warum soll ich da lachen? Ich lache, wo es etwas zu lachen gibt. Das ist im Politischen leider nicht so oft der Fall." Sie hält kurz inne und sagt dann: "Ich lache aber natürlich gern, wenn ich mit Menschen zusammen bin, die ich gern mag." Ja, früher sei sie scheuer und schüchterner gewesen, der Smalltalk sei ihr "wahnsinnig schwer gefallen". Aber das sei wohl auch die Angst gewesen, "dass die einen alle eh nicht mögen". Politik sei auch eine Schlangengrube. Aber man lerne das. Heute sei sie sozialer und offener geworden. Man verändere sich ja auch ein bisschen. Und damit meint sie wohl nicht nur das Lachen. Auch politisch hat sie einige spitze Kanten abgeschliffen. "Wollen Sie gemocht werden?" "Kommt drauf an von wem."

"Es ist alles gesagt"

Lafontaines Liebesbekenntnis sorgt außerhalb der Linken für Häme: Also doch!, so der Tenor zur Liaison der beiden noch anderweitig verheirateten Politkollegen. Im politischen Geschäft sorgt es für Verstimmungen und "Geschmäckle", schließlich ist der 68-Jährige seit Jahren Wagenknechts politischer Mentor. Sie wiederum spricht sich für seine Rückkehr in die Bundespolitik aus. Hinter vorgehaltener Hand zischen manche, dass sie zunehmend das überzogene Selbstbewusstsein von Lafontaine annehme. Eher ungehört bleibt dagegen Linken-Politiker Stefan Liebich, der dem "Tagesspiegel" sagte: "Sowohl Sahra Wagenknecht als auch Oskar Lafontaine haben eine eigenständige politische Karriere hinter sich. Sie haben das Recht, auch künftig eigenständig bewertet zu werden."

Wagenknecht sitzt in der Falle: Sie, die bisher eine Ikone des Alleingangs war, ist nun Anhang und bietet Angriffsfläche, vor der weder Haarknoten noch graue Kleider schützen. Alles, was sie in den vergangenen Jahren gesagt hat und alles, was kommt, wird auf Lafontaine'schen Einfluss untersucht. Dass sie ihrem Freund gleich auf dem Parteitag das Wort überließ - "Es ist alles gesagt. Mehr gibt es nicht." - war kein guter Anfang.

Aber wie sagte schon Goethe: "Der Hass ist parteiisch, aber die Liebe ist es noch mehr."

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(