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Schleswig-Holstein: Carstensen für Bildung eines Nordstaates

Zwei Wochen vor der Landtagswahl in Schleswig-Holstein hat CDU-Spitzenkandidat Peter Harry Carstensen eigene Fehler eingeräumt. Und brachte wieder ein Länderfusion der nördlichen Bundesländer ins Spiel.

"Ich hätte nichts dagegen, der letzte Ministerpräsident von Schleswig-Holstein zu sein", sagte Peter Harry Carstensen der "Bild am Sonntag". Wenn die Bevölkerung es wolle, halte er eine Länderfusion für möglich. Voraussetzung sei, dass sein Land wirtschaftlich auf gleiche Augenhöhe mit Hamburg komme. Der CDU-Politiker gestand eigene Ungeschicklichkeiten im Wahlkampf ein. Dadurch sei aber "kein Mensch in Schleswig-Holstein zu Schaden gekommen". Der Spitzenkandidat hatte unter anderem mit einer öffentlichen Brautschau im vergangenen Sommer viel Spott geerntet. Unter dem Titel "First Lady gesucht" hielt er per "Bild"-Zeitung nach einer Partnerin Ausschau, die ihm "was Schönes zu essen" bereiten und ihn "bei vielen politischen Terminen begleiten" sollte.

Mehrheit will den Wechsel - glaubt Carstensen

Carstensen betonte, die gefühlte Stimmung im Land sei "eine andere, als es Umfragen zum Ausdruck bringen". Die Mehrheit wolle den Wechsel. Den jüngsten Umfragen zufolge hat die rot-grüne Koalition unter Führung von Ministerpräsidentin Heide Simonis aber trotz möglicher Verluste der SPD gute Chancen auf eine Mehrheit.

Eine Koalition mit den Grünen schloss Carstensen kategorisch aus: "Mit denen ist keine Zusammenarbeit möglich." Die Grünen sorgten dafür, dass etwa bei der Flughafenerweiterung in Lübeck eher über einen Kranich gesprochen werde, der dort niste, als über neue Arbeitsplätze. Zu einem möglichen Regierungsbündnis aus SPD und FDP in Kiel sagte Carstensen, die Liberalen hätten klar gemacht, dass eine Koalition mit der SPD äußerst unwahrscheinlich sei und sie mit der CDU eine Koalition bilden wollten. "Darauf setze ich", sagte der Spitzenkandidat. Der neue Landtag in Kiel wird am 20. Februar gewählt.

AP / AP