HOME

Wahl in Schleswig-Holstein: "Carsten Harry" oder "Peter Harry"? - Twitter-User narrt ARD und Zeitungen

Heißt er nun "Peter Harry Carstensen" oder "Carsten Harry Petersen"? Die ARD hat sich einen Namens-Fauxpas geleistet - danach sah es zumindest am Wahlabend in Schleswig-Holstein eine Zeit lang aus. Doch dahinter steckte der Spaß eines Twitter-Users.

Der frühere Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (r.) mit seinem möglichen Nachfolger Daniel Günther am Wahlabend

Der frühere Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (r.) mit seinem möglichen Nachfolger Daniel Günther am Wahlabend

Peter Harry Carstensen ist eigentlich nicht mehr auf der großen Bühne zu Hause. Seit er 2012 seinen Posten als Ministerpräsident von Schleswig-Holstein verlor, äußerte er sich nur noch gelegentlich öffentlich. Zuletzt machte er Schlagzeilen, weil er der Wahl von Frank-Walter Steinmeier zum Bundespräsidenten fernblieb, weil sein Hund erkrankt war (lesen Sie hier die Geschichte dazu).

Am Wahlabend im nördlichsten Bundesland gelang ihm aber doch noch mal indirekt ein Comeback im Rampenlicht, zumindest in den sozialen Netzwerken.

Es war etwa gegen 18.30 Uhr als die ARD ein Interview mit dem CDU-Politiker ausstrahlte, es ging um seine Einschätzung zu den aktuellen Hochrechnungen der Landtagswahl. So weit, so normal.

Verdrehte die ARD den Namen von Carstensen?

Wenig später sorgte ein Tweet des Users "@verkehrsdaten" (das Profilbild zeigt einen Mann mit einem Locher vor dem Gesicht) für Verwunderung. Ein Screenshot des ARD-Interviews, doch irgendetwas stimmte nicht: Die Bauchbinde, also die Einblendung des Namens des Gesprächspartners, zeigte dort statt "Peter Harry Carstensen" "Carsten Harry Petersen, Ministerpräsident Schleswig-Holstein a. D.", dazu der süffisante Kommentar: "Irgendein Name wird schon richtig sein."

Sollte die ARD tatsächlich den Namen des früheren Nord-Regierungschefs durcheinandergewirbelt haben? Das wäre zu schön, dachten sich offenbar viele User und verbreiteten das Bild weiter, darunter auch Journalisten und Politiker.

Videobeweis sorgt für Aufklärung

So fand der vermeintliche Fauxpas schnell den Weg auf die Startseiten etablierter Medien, der Spott war der ARD sicher. "Peinliche Panne" hieß es, vom "Bauchbinden-Bock" (inzwischen mit Fragenzeichen versehen) war die Rede. Das Bild machte die Runde, sodass auch der NDR als produzierender Sender zur Sicherheit noch einmal nachschaute und wenig amüsiert für Aufklärung sorgte:

Das Medienportal "Übermedien" veröffentlichte den Beweis für die Unschuld der ARD sogar als Bewegtbild:

Lehrstück in Sachen "Fake News"

Damit war der "Bauchbinden-Bock" aufgeklärt, er war eine einfache und gut gemachte Bildbearbeitung. Statt Spott für die ARD gab es nun Hohn für alle, die dem Tweet auf den Leim gegangen sind. Und der Urheber hatte seinen Spaß an der Geschichte:

Der Mann mit Locher im Gesicht hat damit ein kleines Lehrstück in Sachen "Fake-News und ihre Verbreitung" geschrieben, und in diesem Fall war es glücklicherweise harmlos - und lustig dazu.