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CDU in Schleswig-Holstein: Nach von Boetticher kommt de Jager

Die Affäre Christian von Boetticher soll schnell in Vergessenheit geraten, denn schon im Mai sind in Schleswig-Holstein Landtagswahlen. Bei der Nord-CDU will man weiterhin den Ministerpräsidenten stellen und nach dem Willen der Partei soll dieser Jost de Jager heißen.

Die CDU in Schleswig-Holstein hat einen neuen Spitzenmann: Sechs Wochen nach dem Aus von #linhttp://www.stern.de/politik/deutschland/christian-von-boetticher-90295883t.html;Hoffnungsträger Christian von Boetticher# wegen der "Lolita"-Affäre wurde Wirtschaftsminister Jost de Jager zum neuen Landesvorsitzenden gewählt. Der 46-Jährige bekam auf einem CDU-Sonderparteitag in Kiel am Samstag 93 Prozent der Stimmen.

"Ich will Ministerpräsident werden", betonte de Jager nach seiner Wahl. Amtsinhaber Peter Harry Carstensen, 64, tritt nicht wieder an. De Jagers Ziel: Die CDU soll bei der Landtagswahl am 6. Mai nächsten Jahres mit Abstand stärkste Partei werden - mit ihm als Spitzenkandidaten. Die Wahl dafür steht am 4. November an. Nach der jüngsten Umfrage liegt die CDU knapp hinter der SPD, die Kiels Oberbürgermeister Torsten Albig, 48, ins Rennen schickt.

Schnelle Lösung nach Von-Boetticher-Krise

Die CDU müsse moderner werden, sagte de Jager. Sie werde sich thematisch breit aufstellen. "Ich werde Raum zur Profilierung geben, sowohl für Personen als auch für Positionen." Er werde den Dialog nach innen und außen verbessern und der Partei mehr Gewicht geben.

Boetticher war Mitte August wegen seiner früheren Beziehung zu einem 16-jährigen Mädchen als Spitzenkandidat, Fraktions- und Landesparteichef zurückgetreten. "Wir haben in einer schweren Krise sehr schnell eine Lösung gefunden, und die heißt Jost de Jager", sagte Ministerpräsident Carstensen.

ono/CDU