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+++ Liveticker zur Landtagswahl in Schleswig-Holstein +++: Albig will "Dänen-Ampel" wagen

Die CDU liegt knapp vorn, trotzdem strebt SPD-Spitzenkandidat Torsten Albig eine Machtübernahme in Schleswig-Holstein an: Er will ein Bündnis mit Grünen und SSW versuchen.

+++ 21.18 Uhr: CDU-Vorsprung äußerst knapp +++

CDU und SPD liegen bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein nach einer als repräsentativ bezeichneten Schätzung des Landeswahlamtes fast gleichauf. Die CDU mit Spitzenkandidat Jost de Jager war nach Auszählung von 85 der 91 repräsentativ ausgewählten Wahlbezirke mit 30,5 Prozent (2009: 31,5) äußerst knapp vorn. Die SPD mit ihrem Spitzenkandidaten Torsten Albig erhielt demnach 30,4 Prozent (25,4). Die FDP kam auf 8,2 Prozent (14,9), die Grünen erreichten 13,2 Prozent (12,4), der von der Fünf-Prozent-Klausel befreite Südschleswigsche Wählerverband (SSW) 5,0 Prozent (4,3). Die Piraten ziehen mit 7,8 Prozent erstmals ins Parlament ein, die Linke fliegt mit 2,3 Prozent (6,0) raus. Zur Mandatsverteilung gab es noch keine Angaben.

+++ 20.41 Uhr: SSW könnte mitregieren +++

Nach den Hochrechnungen (20.00 Uhr) lagen die CDU mit ihrem Spitzenkandidaten Jost de Jager und die SPD von Torsten Albig mit 30,9 bis 31,0 beziehungsweise 29,9 bis 30,2 Prozent Kopf an Kopf. De Jager und Albig erhoben beide den Anspruch, die neue Landesregierung zu bilden. Albig würde dies auch bei einer Ein-Stimmen-Mehrheit tun. Hinter CDU und SPD rangierten die Grünen mit 13,2 bis 13,3 Prozent - ihr bislang bestes Ergebnis bei einer Landtagswahl im Norden. Die stark von der Popularität ihres Spitzenmannes Wolfgang Kubicki profitierende FDP verbuchte mit 8,0 bis 8,2 Prozent trotz starker Verluste ihr zweitbestes Ergebnis überhaupt und bescherte den Liberalen das erste Erfolgserlebnis seit mehr als einem Jahr.

Die Piraten zogen mit 8,2 bis 8,5 Prozent nach Berlin und dem Saarland erneut in ein Landesparlament ein. Die Linke flog nach nur zweieinhalb Jahren mit 2,2 bis 2,3 Prozent wieder aus dem Landtag und hat weiter Probleme, sich in Westdeutschland zu etablieren. Die Partei der dänischen Minderheit, der Südschleswigsche Wählerverband (SSW), für den die Fünf-Prozent-Klausel nicht gilt, erhielt 4,6 Prozent.

Daraus ergibt sich folgende Sitzverteilung: CDU: 22, SPD: 22, Grüne: 10, FDP: 6, Piraten: 6, SSW: 3.

Die stabilste Mehrheit (44 Sitze) hätte eine große Koalition von CDU und SPD. Reichen würde es denkbar knapp (35 Sitze) aber auch für eine "Dänen-Ampel", die SPD-Kandidat Albig zur Wunschkoalition erklärt hatte. Es wäre das erste Mal, dass die Partei der dänischen Minderheit mitregiert. Eine klassische Ampel aus SPD, Grünen und FDP (38 Sitze) sowie ein Jamaika-Bündnis aus CDU, FDP und Grünen (38 Sitze) hätten eine stabilere Mehrheit. Rechnerisch möglich wären auch Koalitionen mit der Piratenpartei, die diese aber selbst ausschloss.

+++ 20.13 Uhr: CDU-Führung äußerst knapp +++

Die CDU ist bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein nach einer als repräsentativ bezeichneten Schätzung des Landeswahlamtes äußerst knapp stärkste Kraft geworden. Die Partei mit Jost de Jager an der Spitze kam nach Auszählung von 70 der 91 repräsentativ ausgewählten Wahlbezirke auf 30,6 Prozent (2009: 31,5), teilte die Wahlbehörde in Kiel gegen 20.00 Uhr mit. Die SPD erhielt 30,3 Prozent (25,4). Die FDP kam auf 8,3 Prozent (14,9), die Grünen erreichten 13,2 Prozent (12,4), der von der Fünf-Prozent-Klausel befreite Südschleswigsche Wählerverband (SSW) 4,8 Prozent (4,3). Die Piraten ziehen erstmals mit 7,8 Prozent ins Parlament ein. Die Linke fliegt mit 2,3 Prozent (6,0) raus. Zur Mandatsverteilung gab es noch keine Angaben.

+++ 19.59 Uhr: Carstensen zufrieden mit Wahlausgang +++

Schleswig-Holsteins scheidender Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) hat sich zufrieden mit den ersten Hochrechnungen für die Landtagswahl gezeigt. "Ich habe erlebt, wie die Stimmung im Land war, (...) wie viele Menschen bei unseren Veranstaltungen waren, deshalb war ich sicher, dass wir die Nummer eins werden", sagte der CDU-Politiker am Sonntagabend. "Ich stelle fest, dass das, was man vorhatte, nämlich Rot-Grün, dass das ganz weit abgeschlagen ist."

+++ 19.54 Uhr: Lindner sieht Rückenwind für NRW-FDP +++

Der nordrhein-westfälische FDP-Spitzenkandidat Christian Lindner sieht im klaren Wiedereinzug der Liberalen ins Parlament in Kiel kräftigen Rückenwind für die NRW-Landtagswahl. Lindner gratulierte dem schleswig-holsteinischen FDP-Frontmann Wolfgang Kubicki am Sonntag zu dessen Ergebnis von gut 8 Prozent. Es zeige, "dass die FDP mit Konzentration, mit Solidität, mit Seriosität wieder neues Vertrauen gewinnen kann. Im Prinzip wollen die Menschen eine liberale Partei." Die FDP müsse es den Wählern "jetzt möglich machen von Stil und Substanz, dass sie uns auch tatsächlich wieder unterstützen".

+++ 19.25 Uhr: Piraten lehnen Regierungsbeteiligung ab +++

Der Spitzenkandidat der Piratenpartei, Torge Schmidt, lehnt eine Regierungsbeteiligung in Schleswig-Holstein ab. Mit Blick auf das knappe Ergebnis der Hochrechnungen sagte er: "Ich glaube, da bleiben wir bei unserer Aussage, die wir vorher getätigt haben: Zum jetzigen Zeitpunkt als Partei, in dem Status, in dem wir jetzt sind, wäre es wahrscheinlich unverantwortlich, in eine Regierungsverantwortung zu streben." Die Piraten sollten zu ihren Idealen stehen, betonte er.

+++ 18.57 Uhr: SPD setzt auf Dreier-Bündnis +++

Ungeachtet der sich offenbar sehr knappen Ergebnisse der Landtagswahl in Schleswig-Holstein setzt die SPD auf einen Politikwechsel im Bündnis mit Grünen und dem Südschleswigschen Wählerverband (SSW). "Wenn es irgendwie geht, werden wir es machen", sagte SPD-Spitzenkandidat Torsten Albig in der ARD. Er verwies auf Hochrechnungen, wonach das Dreierbündnis über eine Mehrheit von einer Stimme im neuen Landtag verfügen könnte. Albig räumte zugleich ein, dass er sich ein besseres Ergebnis für die SPD gewünscht hätte. Die entscheidende Botschaft der Wahl sei jedoch aus seiner Sicht: "Schwarz-Gelb ist mal wieder abgewählt. Die Menschen wollen nicht Schwarz-Gelb und sie werden die Schwarz-Gelben auch nicht wiedersehen." "Es gibt eine Partei, die hat drastisch gewonnen und die wird die Regierung anführen mit Torsten Albig", sagte auch der SPD-Bundesvorsitzende Sigmar Gabriel in Berlin. Er wies darauf hin, dass SPD und Grüne neben den Piraten die Parteien seien, die mehr Stimmenanteile erreicht hätten als bei der Wahl 2009. Dagegen "gibt es zwei Parteien in Schleswig-Holstein, die verloren haben, das sind CDU und FDP". Sie gehörten auf keinen Fall mehr in die neue Landesregierung.

+++ 18.47 Uhr: CDU reklamiert Führungsrolle +++

Die CDU in Schleswig-Holstein sieht sich als führende Kraft bei der Regierungsbildung nach der Landtagswahl. "Wir sind stolz, dass uns die Menschen nochmal den Auftrag zur Regierungsbildung gegeben haben", sagte Spitzenkandidat Jost de Jager am Sonntagabend in Kiel. Das Wahlergebnis sei knapp, aber die CDU liege vorn. Ziel der CDU sei die Bildung einer stabilen Regierung. Dazu werde sie mit allen Parteien, die dafür infrage kämen, Gespräche führen.

+++ 18.32 Uhr: CDU in Hochrechnungen ganz knapp vorn +++

Nach den Hochrechnungen von ARD und ZDF bleibt die CDU mit Wirtschaftsminister Jost de Jager an der Spitze mit 30,5 stärkste Partei trotz eines leichten Verlusts von einem Punkt gegenüber 2009. Für die Sozialdemokraten unter ihrem Spitzenkandidaten Torsten Albig errechnete die ARD 29,7 Prozent nach 25,4 Prozent 2009, das ZDF sieht die SPD bei 30,3 Prozent äußert knapp hinter der CDU. Die FDP, die bisher mit CDU eine Koalition gebildet hat, rutscht dramatisch ab, bleibt aber mit 8,4 (ZDF: 8,5) Prozent im Landtag. 2009 hatten die Liberalen noch 14,9 Prozent der Stimmen erhalten. Die Grünen werden mit 13,8 (ZDF: 13,3) Prozent drittstärkste Kraft und verbessern ihr Ergebnis von 12,4 Prozent leicht. Die Piratenpartei schafft mit 8,2 (ZDF: 8,4) Prozent klar den Einzug in den Landtag, den sie 2009 mit 1,8 Prozent verpasst hatte. Die Linkspartei, die 2009 noch 6,0 Prozent erreicht hatte, scheitert mit 2,4 (2,5) Prozent klar. Der Südschleswigsche Wählerverband (SSW) kommt auf 4,6 (4,5) Prozent der Stimmen. Die Partei der dänischen Minderheit ist von der Fünf-Prozent-Klausel ausgenommen und zieht in den Landtag ein. Die Wahlbeteiligung lag mit 60 (ZDF: 57,5) Prozent deutlich niedriger als 2009 mit 73,6 Prozent . Nach Berechnungen von ARD und ZDF kommen CDU und SPD auf je 22 Sitze. Die Grünen stellen zehn Abgeordnete, die FDP und die Piraten je sechs. Der SSW erhält aufgrund seines Sonderstatus drei Sitze.

+++ 18.22 Uhr: ARD meldet keinen klaren Sieger +++

Bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein zeichnen sich einer ersten Hochrechnung für die ARD zufolge noch keine klaren Mehrheitsverhältnisse ab. Nach der am Sonntag um 18.20 veröffentlichten Hochrechnung von Infratest dimap verbessern sich die Sozialdemokraten mit ihrem Spitzenkandidaten Torsten Albig auf 29,7 Prozent. Die CDU mit Jost de Jager an der Spitze kommt auf 30,5 Prozent. Die Grünen erhalten 13,8 Prozent, die Piratenpartei 8,2 und der Südschleswigsche Wählerverband (SSW), der als Vertretung der dänischen Minderheit von der Fünf-Prozent-Hürde ausgenommen ist, 4,6 Prozent. Die FDP zieht mit 8,4 wieder in den Landtag ein, während die Linkspartei mit 2,4 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde scheitert.

CDU und SPD haben diesen ersten Hochrechnungen zufolge je 22 Sitze im neuen Landtag. Die Grünen gewinnen 10 Sitze, die FDP 6, die Piraten 6 und der SSW 3.

+++ 18.03 Uhr: Union und SPD gleichauf +++

Bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein zeichnen sich einer ersten Prognose für das ZDF zufolge noch keine klaren Mehrheitsverhältnisse ab. Nach der am Sonntag um 18.00 veröffentlichten Prognose der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen verbessern sich die Sozialdemokraten mit ihrem Spitzenkandidaten Torsten Albig auf 30,5 Prozent. Die CDU mit Jost de Jager an der Spitze kommt ebenfalls auf 30,5 Prozent. Die Grünen erhalten 13,0 Prozent, die Piratenpartei 8,5 und der Südschleswigsche Wählerverband (SSW), der als Vertretung der dänischen Minderheit von der Fünf-Prozent-Hürde ausgenommen ist, 4,5 Prozent. Die FDP zieht mit 8,5 wieder in den Landtag ein, während die Linkspartei mit 2,5 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde scheitert.

+++ 15.49 Uhr: Sehr niedrige Wahlbeteiligung +++

Bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein zeichnet sich die niedrigste Wahlbeteiligung seit Jahrzehnten ab. Bis 14.00 Uhr gaben nur 37,7 Prozent der 2,2 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme ab, wie die Wahlleitung am Sonntag mitteilte. Seit den 1980er Jahren sei dies zur Mittagszeit der niedrigste Stand, sagte Landeswahlleiterin Manuela Söller-Winkler.

Bei der letzten Wahl im September 2009 waren es zum gleichen Zeitpunkt 48,6 Prozent. Damals wurde aber gleichzeitig der Bundestag gewählt. Bei anderen Landtagswahlen waren es meist um oder über 40 Prozent.

+++ 15.23 Uhr: Kopf-an-Kopf-Rennen laut Umfragen +++

Nach Umfragen zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der regierenden CDU mit ihrem Spitzenkandidaten Jost de Jager und der oppositionellen SPD mit Torsten Albig ab. Die Grünen dürften Umfragen zufolge drittstärkste Kraft werden. Die Liberalen könnten die Serie der FDP-Niederlagen stoppen und den Wiedereinzug ins Parlament schaffen. Eine Wiederauflage der schwarz-gelben Koalition ist aber unwahrscheinlich.

Der Linken droht nach nur zweieinhalb Jahren im Parlament das Aus, während die Piraten ihren Siegeszug durch die Landesparlamente fortsetzen dürften.

tkr/DPA/AFP/Reuters / DPA / Reuters