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Schnauze, Wessi!: Grenzerfahrung auf Sat.1

Der TV-Zweiteiler "Die Grenze" gab vor, ein Spielfilm zu sein. Dabei ist Sat.1 ein feinfühliger Dokumentarfilm gelungen - findet Holger Witzel.

Gut, dachte ich nach den schlechten Kritiken vorab, das kommt eben raus, wenn sich Schwaben und Hessen ein DDR-Revival ausdenken. Vor allem fand ich es schade um die wirklich gute Idee, mit der das "TV-Event" warb: "Was wäre, wenn Deutschland wieder gespalten würde?" Immerhin hat diese Kolumne fast den gleichen Anspruch, einmal abgesehen davon, dass die Spaltung keine Frage des Konjunktivs ist.

Dann aber hat mich "Die Grenze" doch überzeugt: Es lag nicht nur an den geschliffenen Dialogen ("Verräter werden bei uns gewöhnlich per Genickschuss hingerichtet.") an dem überraschenden Spiel mit Klischees (demagogische Nazis, trinkende Linke, skrupellose Politiker), sondern vor allem an dem selten vielschichtigen Umgang mit ostdeutschen Biografien und Haltungen: Denn nicht alle Mecklenburger sind ewiggestrige Neonazis, da differenziert der Film besonders sorgfältig, die andere Hälfte sind ewiggestrige DDR-Jammerlappen. Nicht alle trinken immer nur Bier, auch das wird in mehreren Szenen sauber herausgearbeitet - manchmal ist es auch Schnaps. *

Diese Westdeutschen, das muss man neidlos zugestehen, haben es einfach drauf, wenn es um das "Leben der Anderen" geht. Ob Filmemacher, Wissenschaftler oder Journalisten: Sie können uns nicht nur unsere Vergangenheit besser erklären als wir selbst, sie schauen auch in der Gegenwart immer wieder genau hin. Nur eins habe ich nicht verstanden: Was soll in diesem Film Fiktion gewesen sein - außer dass alle ständig N24 gucken? Gar nicht zu reden von einer "Provokation", die Produzent Nico Hofmann vorher versprochen hatte?

Tatsächlich zeigt "Die Grenze" nichts weiter als nackte Realität. Das mag zwar auch ein bewährter Trick für schlechte Thriller sein, der Grusel des Gewöhnlichen, diese diffusen Ängste vor dem Benzinpreis und dem Ost-Pöbel. Aber so einfach macht es sich dieser Zweiteiler nicht. Schonungslos bildet er stattdessen die lange unterdrückten Sehnsüchte des Einheimischen ab: Fleisch und Bier. Frust und Hartz 4. Bei jeder Gelegenheit sprechen sie erstmal ein feierliches Gelöbnis, egal auf welche Fahne. Ob er plündert oder säuft, mordet oder foltert - nichts Menschliches ist dem Ossi fremd. Die besten Randale-Szenen sind ohnehin echte Fernsehbilder, aber auch das schmälert die Leistung der Filmemacher nicht - im Gegenteil: Das ist Alltag.

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Zwei Tage vor der Erstausstrahlung wurde ein NPD-Mann in Weimar überfallen und krankenhausreif geschlagen. Seine politischen Gegner beklagen ähnliche Opfer fast täglich. Natürlich reicht das Geld in diesen Bürgerkriegsgegenden nicht immer für frisches Obst oder Augen-OPs in bayrischen Privatkliniken. Das überrascht in Rostock niemanden, ebenso wenig wie die Tatsache, dass rechte Verführer auch mal Leinenhemden tragen, sich gern an unsere Kinder ranmachen und in aller Regel aus dem Westen stammen. Ein neues Bundesland, in der Story Mecklenburg-Vorpommern, wird aus politischem Kalkül und wirtschaftlichen Interessen zu einem Billiglohnland der restlichen Republik. Ja, und? Davon gibt es fünf - und das schon seit 20 Jahren.

Bei allem Lob für diesen wirklich über die Maßen authentischen Film bleiben natürlich auch ein paar Fragen: Wozu braucht man zugereiste Helden wie Benno Fürmann oder Marie Bäumer, die in Rostock ihre verkorksten West-Biografien zwischen brennenden Autos aufarbeiten? Nur um zu zeigen, dass Ost-West-Beziehungen meist am Egoismus einer Hälfte scheitern? Nur für das Happyend, das - hier verlassen die Filmemacher leider die subtile Ebene - aus der rettenden Flucht in den heilen Westen besteht? Wieso hat man nicht wenigstens Vroni Ferres genommen, die sonst so überzeugend aufrechte Zonen-Frauen spielt? Warum - vor allem - muss man so einen feinen Dokumentarfilm im Anschluss an den ersten Teil unbedingt durch ein Fernsehspiel entwerten, das wiederum selbst so tut, als sei es eine Dokumentation?

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Journalisten erklären in "Die Grenze - Gefahr für unser Land" erstmal ausführlich, wie gefährlich solche Reportagen in Beirut, Kunduz oder Sachsen-Anhalt für Journalisten sind. Vermutlich liegt das daran, dass sie sonst harmlose DDR-Dokus wie "Busen, Broiler und Bananen" drehen oder früher beim FDJ-Fernsehen gearbeitet haben. Doch dann wagen es diese Teufelskerle tatsächlich, steigen in einen weißen Van und filmen eine Handvoll Laiendarsteller, die Nazis spielen, Bier trinken und in Budapest Hitler grüßen. Nach dem zweiten Teil warnt gar der DDR-Experte Axel Schulz den Rechtsextremismus-Experten Johannes B. "Autobahn-geht-gar-nicht" Kerner, "dass det wirklich passieren kann". Er meint nicht den Film oder seine Karriere vom Berufssoldaten der DDR zum RTL-Rummelboxer, sondern den innerdeutschen Bürgerkrieg.

Sein Wort in Lenins Ohr! Sozialismus mit Westgeld und ein bisschen Randale - mehr wollten wir eigentlich nie. Und genau davor haben offenbar auch die Kritiker Angst, die dieses filmische Manifest nun in den Schmutz ziehen. So mäkelt etwa der Spiegel über die "Ausschüttung simpler Reize und Slogans", aber findet es eine tolle Idee, wie die CDU-Kanzlerin den Kandidaten der Linken heimlich mit Geld und Geheimdiensten unterstützt. Als wenn es nicht schon früher Milliardenkredite gegeben hätte - und ähnliche Ränkespiele bis heute! Neben Apple, so sah es zumindest aus, und einer westdeutschen Joghurt-Firma hat auch Mecklenburg-Vorpommern den Film mit 160.000 Euro gefördert. Nun fühlen sich dort ein paar Politiker (vermutlich wie überall im Osten keine Eingeborenen) durch den Kakao gezogen, den sie selber bezahlt haben. Sogar die "taz" hält nicht viel von der "Demokratischen Sozialistischen Republik Mecklenburg-Vorpommern" und fühlt sich für "dumm verkauft wie selten". Was sollen dann die echten Leuten in Mecklenburg-Vorpommern oder Thüringen sagen?

Also Obacht! Ich selbst kenne mindestens sechs Leute persönlich, die nur darauf warten, ihre alte Kalaschnikow vom Dachboden zu holen. Deshalb an dieser Stelle wie gewohnt - aber auch zur Warnung an alle Verräter, "die wir gewöhnlich per Genickschuss hinrichten": Schnauze!

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(