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Nach G20-Vorwürfen der Union: Sigmar Gabriel platzt der Kragen: "Ein perfides Spiel im Wahlkampf"

In einem Interview hat Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) mit drastischen Worten auf die Vorwürfe der Union nach dem G20-Gipfel reagiert. Er wirft Angela Merkel vor, sie habe mit dem Staatstreffen nur ihr Image aufpolieren wollen. 

Außenminister Sigmar Gabriel bei einem Pressegespräch in Berlin

Außenminister Sigmar Gabriel unterstellt der CDU/CSU einen "infamen und bösen Wahlkampf"

Mit einem Interview-Wutausbruch hat Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) auf die Vorwürfe der Union nach dem G20-Gipfel reagiert. Gabriel gab in den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Mittwochsausgaben) seinerseits Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die "politische Verantwortung für die Inszenierung und Ausrichtung des G20-Gipfels in Hamburg". CDU und CSU warf er ein "bislang nicht gekanntes Maß an Verlogenheit" sowie ein "perfides Spiel" im Wahlkampf vor.

Gabriel verbat sich insbesondere die Angriffe aus den Reihen von CDU und CSU gegen Hamburgs SPD-Bürgermeister Olaf Scholz. "Wer seinen Rücktritt will, schon die Forderung halte ich für völlig unangemessen, der muss auch den Rücktritt von Angela Merkel fordern", sagte der Minister.

"Der Gipfel war politisch ein totaler Fehlschlag"

Gabriel machte seinerseits der Kanzlerin schwere Vorwürfe: "Die Bundeskanzlerin Angela Merkel wollte im Wahljahr 2017 in ihrer Heimatstadt Hamburg den G20 Gipfel nutzen, um mit attraktiven Bildern ihr Image aufzupolieren", sagte er den Zeitungen. Politisch sei der Gipfel aber "mit Blick auf die großen Fragen der Menschheit - Krieg, Bürgerkrieg, Flucht, Hunger und Armut - denn auch ein totaler Fehlschlag" gewesen. Die Schuld dafür werde aber anderen gegeben.

"Und sollte es zu Gewalt kommen, ist ja immer die jeweilige örtliche Politik schuld. In jedem Fall nie Angela Merkel", schimpfte Gabriel weiter. Olaf Scholz sei jedenfalls "nicht der Verantwortliche für diese Gipfel-Inszenierung". Vielmehr habe sich Merkel kurz vor der Bundestagswahl selbst inszenieren wollen.

Sigmar Gabriel verurteilt Verhalten der Union

Der frühere SPD-Chef warf der Union vor, ein "doppelzüngiges Schwarze-Peter-Spiel" zu betreiben. Scholz werde von Bundespolitikern der Union wie Kanzleramtschef Peter Altmaier in Schutz genommen, während die CDU auf Landesebene seinen Rücktritt fordere. Dies sei "infamer und böser Wahlkampf". Das Verhalten der Union habe das Potenzial dazu, "den Graben zwischen demokratischen Parteien wieder sehr tief auszuheben", beklagte Gabriel. "Dieser aktuelle Wahlkampf der CDU/CSU gegen die SPD ist geeignet, die politische Kultur auf viele Jahre hin zu vergiften."

sve / AFP / DPA