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SPD-Führung: Beck räumt auf

SPD-Vorsitzende Kurt Beck will die SPD-Führung straffen: Statt fünf soll es künftig nur noch drei Vize-Vorsitzende geben, darunter wird kein Ostdeutscher sein. Als einziger bisheriger Stellvertreter behält Finanzminister Steinbrück den Posten.

SPD-Chef Kurt Beck will heute (Montag) mit Präsidium und Vorstand seiner Partei über eine schlagkräftigere Führung beraten. vor den SPD-Gremien sein Personalkonzept für den Umbau der Parteispitze bekannt geben. Danach soll die Zahl der stellvertretenden SPD-Vorsitzenden von bislang fünf auf drei verringert werden. Statt fünf soll es künftig nur noch drei stellvertretende Vorsitzende geben. Wenn die Gremien Becks Personalvorschlägen zustimmen, wird darunter kein Ostdeutscher mehr sein.

Steinmeier und Nahles neu dabei

Neu in die engste SPD-Führung aufrücken sollen Außenminister Frank-Walter Steinmeier und die Parteilinke Andrea Nahles. Als einziger der bisherigen Stellvertreter behält Finanzminister Peer Steinbrück diesen Posten. Das vom bisherigen Partei-Vize Jens Bullerjahn aus Sachsen-Anhalt geleitete SPD-Forum Ost soll nach Becks Willen organisatorisch aufgewertet werden. Die neue Führung wird auf einem Parteitag Ende Oktober in Hamburg gewählt. Für die Verkleinerung der Spitze ist eine Satzungsänderung erforderlich.

SPD-Vorstandsmitglied Christoph Matschie hat den geplanten Umbau der Parteispitze begrüßt. Es sei ein sinnvoller Vorschlag, die Zahl der Stellvertreter von Parteichef Kurt Beck zu verringern, sagte der SPD-Chef Thüringens am Montag im ZDF-"Morgenmagazin". Dadurch seien sie "besser darstellbar". Er bedaure jedoch, dass die neuen Länder in Becks Planung leer ausgehen. "Ich hätte mir gewünscht, dass wir auch ein weiterhin einen ostdeutschen Stellvertreter haben. Aber für uns hängt nicht alles an diesem Posten."

Matschie verwies auf die starke politische Präsenz der SPD im Osten. "Wir stellen drei Ministerpräsidenten", sagte Matschie mit Blick auf Harald Ringstorff in Mecklenburg-Vorpommern, Matthias Platzeck in Brandenburg und Berlins Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit.

AP/DPA / AP / DPA