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Sechsstelliger Betrag: Berliner Unternehmer füllt AfD-Parteikasse mit Großspende

Der Berliner Unternehmer Christian Krawinkel, der eine "Bambi"-Trophäe von Boris Becker ersteigerte, spendet 100.000 Euro an die AfD. In einem Schreiben soll er seine Beweggründe erklären.

AfD-Co-Landeschef Björn Höcke (l.) und AfD-Co-Fraktionsvorsitzender im Bundestag Alexander Gauland

AfD-Co-Landeschef Björn Höcke (l.) und AfD-Co-Fraktionsvorsitzender im Bundestag Alexander Gauland

AFP

Der Berliner Unternehmer Christian Krawinkel hat laut Deutschen Bundestag eine Summe von 100.000 Euro an die AfD gespendet. Die Großspende wurde auf der Homepage des Deutschen Bundestages veröffentlicht. Zunächst hatte der "Tagesspiegel" berichtet. Der Präsident des Deutschen Bundestages ist zur Veröffentlichung von Spenden verpflichtet, die im Einzelfall die Höhe von 50.000 Euro übersteigen (§ 25 Abs. 3 Satz 3 Parteiengesetz).

Wie der "Tagesspiegel" berichtet, habe Krawinkel den Betrag an den AfD-Landesverband Thüringen gespendet. Deren Vorsitzenden sind Björn Höcke und Stefan Möller. In einem Schreiben, das dem Blatt vorliege, schreibe Krawinkel: "Aktuelle politische Ereignisse in Thüringen veranlassen mich, als initiative Spende unter dem Motto 'Für mehr Demokratie in unserem Land' das Geld zu spenden." Der Unternehmer weise darauf hin, dass er "parteipolitisch ungebunden" sei und nur seine "Rechte als Bürger unseres Vaterlandes" wahrnehme, zitiert der "Tagesspiegel" aus dem Schreiben. 

Krawinkel hat auf eine Nachfrage des stern zunächst nicht reagiert.

Unternehmer ersteigerte Erinnerungsstücke der Tennis-Legende Boris Becker

Krawinkel ist Inhaber einer Vermögensverwaltung in Berlin. Nach eigenen Angaben "entwickeln, realisieren und vermarkten [wir] Immobilienprodukte". Der Unternehmer schrieb im Juli 2019 Schlagzeilen, als er bei einer Zwangsversteigerung Erinnerungsstücke der Tennis-Legende Boris Becker ersteigert hatte. Nach Angaben seines Unternehmens ersteigerte Krawinkel Memorabilia in der Höhe von 492.479 Euro, darunter die "Bambi"-Trophäe des Wimbledon-Siegers als "Mann des Jahres 1985".

Neues zur Lage: CDU fordert Ersatzkandidaten in Thüringen

In Thüringen war mit dem FDP-Politiker Thomas Kemmerich vergangene Woche erstmals ein Ministerpräsident mit Stimmen der AfD gewählt worden. Das hat bundesweit ein politisches Beben ausgelöst und die Debatte über den Umgang mit der AfD massiv angeheizt.  

Die Finanzlage der AfD ist seit längerem angespannt. Kurz vor Weihnachten hatte sie ihre Mitglieder nach einem Medienbericht um zusätzliches Geld gebeten. Die AfD war vom Bundestag wegen illegaler Parteispenden zu Strafzahlungen verpflichtet worden.

Erst im Januar hatte sich die Partei offenbar selbst angezeigt, wie etwa die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf ein Schreiben an die Bundestagsverwaltung berichtete. Hintergrund war ein dubioser Geldfluss an den Kreisverband der AfD-Co-Fraktionsvorsitzenden Alice Weidel. Es gehe um 150.000 Euro aus den Niederlanden, die die Partei aber später zurücküberwiesen hätte, hieß es. Die AfD sprach demnach von einer vorsorglichen Selbstanzeige, erklärte aber ihre Unschuld.

Quellen: "Tagesspiegel", Bundestag, mit Material der Nachrichtenagentur DPA

fs