Statistik Berlin auch Hauptstadt des Verbrechens


Die Zahl der Straftaten in Deutschland ist 2002 offenbar erneut gestiegen. Das berichtete das Nachrichtenmagazin "Focus" vorab unter Berufung auf die polizeiliche Kriminalstatistik. Demzufolge registrierten elf der 16 Bundesländer im Vorjahr mehr Straftaten als 2001.

Die Zahl der registrierten Straftaten in Deutschland ist einem Pressebericht zufolge im vergangenen Jahr erneut gestiegen. Wie das Nachrichtenmagazin «Focus» unter Berufung auf die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) berichtet, haben 11 der 16 Landeskriminalämter im Jahr 2002 mehr Straftaten registriert als im Jahr zuvor. In Bayern, Hamburg sowie Brandenburg, Mecklenburg- Vorpommern und Sachsen ging die Zahl der Delikte dagegen teilweise deutlich zurück.

Nicht mehr in Hamburg, sondern in Berlin gebe es die meisten Verbrechen. Während die Zahl der registrierten Straftaten je 100 000 Einwohner in der Hansestadt in einem Jahr von 18 569 auf 15 589 sank, stieg sie in Berlin von 16 920 auf 17 236. Neben dem Diebstahl habe die «allgemeine Gewaltbereitschaft», auch mit Waffengebrauch, zugenommen, hieß es. Die Kinder- und Jugendkriminalität sei teils dramatisch angestiegen.

Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) hatte bereits bei der Vorstellung der Kriminalstatistik der Hauptstadt im März darauf hingewiesen, dass den Ermittlern vor allem die in Gruppen verübten Gewalttaten Jugendlicher Sorgen bereiteten. Als «besonders ernst zu nehmen» bezeichnete Körting zudem den Anstieg rechtsextrem motivierter Straftaten in Berlin. Die Zahl lag 2002 mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahr und stieg von 455 auf 948. Berlins Polizeipräsident Dieter Glietsch führte den Anstieg der erfassten Delikte unter anderem auf konsequenteres Vorgehen der Polizei bei Veranstaltungen der rechten Szene zurück.

Deutlich mehr Kriminalität als 2001 registrierte «Focus» zufolge im vorigen Jahr auch das CDU-regierte Saarland mit einer Steigerung um 19,7 Prozent. Am sichersten sei im vorigen Jahr das Flächenland Bayern mit 5630 registrierten Delikten auf 100 000 Einwohner gewesen, mit 5643 Straftaten folgte Baden-Württemberg auf Platz zwei.


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