HOME

Stromausfall: Glos will RWE auf die Finger schauen

Bundeswirtschaftsminister Glos will die Stromausfälle in Nordrhein-Westfalen genau untersuchen lassen. Für die Preiserhöhungen, die RWE und andere Energiekonzerne ankündigten, scheint es auf politischer Seite wenig Sympathie zu geben.

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) lässt den Stromausfall im Münsterland Ende November untersuchen. Ein Gutachten der Bundesnetzagentur soll klären, warum der Schaden so groß gewesen sei und wie sich vergleichbare Situationen künftig verhindern ließen. Möglicherweise müsse der Gesetzgeber die Genehmigungsverfahren für den Bau neuer Strommasten ändern. Denkbar sei ferner, die Netzbetreiber anzuregen, einen freiwilligen Hilfsfonds für Härtefälle zu schaffen. Das Thema soll auch am Dienstag auf der Konferenz der Wirtschaftsminister der Länder in Stuttgart debattiert werden. "Wir werden das rasch angehen, um zu Lösungen zu kommen", sagte er.

In der letzten Novemberwoche war nach heftigen Stürmen und Schneefällen im Münsterland für 250.000 Menschen die Stromversorgung zeitweise zusammengebrochen - einige tausend Menschen waren fast eine Woche ohne Strom. Die Eis- und Schneelasten hatten Strommasten einknicken lassen und Leitungsnetze beschädigt.

Preiserhöhungen "nicht durchwinken"

Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU) sagte in der ARD, die Vorschriften würden die Netzbetreiber zwingen, ihre Stromnetze zu pflegen. Vorstellbar sei, dass die Bundesnetzagentur künftig prüfe, ob dafür ausreichend Rücklagen gebildet worden sind. Auch eine laufende Berichtspflicht der Betreiber über die Sicherheit ihrer Netze sei vorstellbar. Zu den geplanten Strompreiserhöhungen kündigte die CDU-Politikerin an, man müsse die Frage prüfen, ob diese durch gestiegene Kosten gerechtfertigt seien. "Mit mir gibt es kein Durchwinken dieser Anträge", sagte Thoben.

AP / AP