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Stuttgart 21 Geißlers Schlichtungsgespräche beginnen


Es wird eine Herkulesaufgabe: Unter Leitung von Heiner Geißler beginnen heute die Schlichtungsgespräche zum Bahnprojekt Stuttgart 21. Kurz zuvor mischt sich Angela Merkel erneut in die Debatte ein.

In Stuttgart setzen sich heute Kritiker und Befürworter des Bahnprojekts Stuttgart 21 an einen Tisch. Schlichter Heiner Geißler eröffnet um 10 Uhr die Debatte im Stuttgarter Rathaus, die Veranstaltung wird im Fernsehen und im Internet übertragen. Thema der ersten Runde: die Leistungsfähigkeit der geplanten unterirdischen Durchgangsstation anstelle des bisherigen Kopfbahnhofs.

Die Seite der Befürworter wird von Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) angeführt. Bei den Gegnern ist Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) mit von der Partie. Die Gegner halten die Verlegung des Hauptbahnhofs unter die Erde und seinen Anschluss an die Schnellbahntrasse mit Kosten von 4,1 Milliarden Euro für viel zu teuer und unnötig.

Bahnchef Rüdiger Grube erhofft sich von der Schlichtung einen Meinungsumschwung zugunsten des Milliarden- Projekts. Er sagte der Nachrichtenagentur dpa: "Ich bin sehr zuversichtlich, dass ein Abwägen der Argumente in der Öffentlichkeit - insbesondere was Stuttgart betrifft - eine entsprechende Änderung in der öffentlichen Meinungsbildung bringt." Der Bahnchef unterstrich, dass er auch große Zustimmung zu dem umstrittenen Vorhaben bekomme. "Ganz viele wollen es."

Merkel fordert bessere Einhaltung der Kosten bei Großprojekten

Bundeskanzlerin Angela Merkel stellte sich bei einem Auftritt in Heilbronn erneut hinter das Projekt. Sie kritisierte aber, dass oftmals bei Großprojekten die Kosten zu Beginn kleingerechnet werden. "Es wäre auch nicht schlecht, wenn bei Großprojekten die Kostenschätzungen mal einigermaßen stimmen würden", sagte die CDU-Vorsitzende am Donnerstagabend bei einer Regionalkonferenz ihrer Partei. Sie appellierte an die Träger solcher Vorhaben: "Sagt am Anfang den richtigen Preis", dann sei die Enttäuschung hinterher nicht so groß. Auch wegen dieser Fehler falle es der Politik oft schwer, die Projekte zu verteidigen.

Baden-Württemberg brauche das Bahnprojekt Stuttgart 21, um verkehrlich und wirtschaftlich nicht abgehängt zu werden, sagte Merkel. "Das ist kluge Zukunftspolitik, wie wir sie brauchen." Deshalb müsse die CDU standhaft bleiben.

DPA DPA

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