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Terror in Paris Berliner setzen ein Zeichen der Solidarität


Seit Tagen kommen tausende Menschen an die französische Botschaft in Berlin, legen Blumen nieder, zünden Kerzen an. Am Sonntag folgten mehrere hunderte Menschen dem Aufruf "Berlin für Paris" zu einem Trauermarsch.
Von Erik Häußler

Betroffenheit, Anteilnahme und große Solidarität auch in Deutschland nach den Terroranschlägen in Paris. Am Sonntagnachmittag folgten mehrere Hundert dem Aufruf "Berlin für Paris" und versammelten sich vor der französischen Botschaft, um gemeinsam ein Zeichen des Mitgefühls zu senden.

Ein Meer aus Blumen vor französischer Botschaft

Das ganze Wochenende über war der Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor bereits Anlaufpunkt für viele, die ihre Anteilnahme an den schrecklichen Geschehnissen in Paris zum Ausdruck bringen wollten. Vor der französischen Botschaft legten sie Blumen nieder, zündeten hunderte Kerzen an. Die Menschen halten hier inne, liegen sich in den Armen, trauern. Am Samstagabend erstrahlte das Brandenburger Tor wie viele Sehenswürdigkeiten rund um den Globus in den Farben Frankreichs.

Ein besonderes Zeichen setzten hunderte Menschen am Sonntag. Sie folgten dem Facebook-Aufruf "Berlin für Paris", um bei einem Trauermarsch ihr Mitgefühl mit den Menschen in Paris zum Ausdruck zu bringen. Berliner, Touristen, auch viele Franzosen waren gekommen, alle nahmen sich bei den Händen, bildeten einen großen Kreis zwischen der französischen und amerikanischen Botschaft. Das Gefühl von Trauer, aber auch starker Zusammenhalt ist zu spüren. Die Anschläge von Paris hatten auch hierzulande viele Menschen tief getroffen. Als eine Teilnehmerin begann die französische Nationalhymne, die Marseillaise, zu singen, stimmten viele Umstehende ein.

Signal an Terroristen: "Ihr seid wenige - wir sind viele!"

Ins Leben gerufen hatten die Kundgebung mit Trauermarsch Andrea Henao und ihr Freund Martin Gosch. Henao lebte selbst in Paris, fühlt sich der Stadt bis heute verbunden. Deshalb hatte sie zusammen mit Gosch bereits vor zehn Monaten nach den Anschlägen um Charlie Hebdo eine Solidaritätsaktion organisiert. "Uns war noch Freitagnacht klar, dass wir das auch dieses Mal machen werden", sagte Gosch, "wir spüren hier eine große Anteilnahme in Berlin". Die Berliner Polizei hatte zunächst noch Bedenken, neben der Kundgebung auch einen Trauermarsch über die "Straße des 17. Juni" zu genehmigen, stimmte aber schließlich zu.

Trotz heftigem Dauerregen kamen nach Polizeiangaben rund 500 Teilnehmer, die sich durch das Brandenburger Tor hindurch in Richtung Siegessäule auf den Weg machten. Die Veranstalter sprachen von rund 1000 Menschen, der Demonstrationszug streckte sich über mehrere hundert Meter. Schweigend ging die Menge durch den Regen, einige hatten Frankreichflaggen bei sich. "Wir wollten eine Demonstration machen, die sich nicht an Religion, Herkunft oder politischer Überzeugung orientiert", so Mitveranstalter Gosch. Die Menschen in Deutschland und Europa fühlen in diesen Tagen mit Frankreich. Ein Schild im Blumenmeer vor der französischen Botschaft richtet sich an die Attentäter: "Ihr seid wenige - wir sind viele!".


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