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Hausdurchsuchung in Hannover: 19-Jähriger soll Terroranschlag auf Länderspiel geplant haben

Die Hannoveraner Polizei hat im Zusammenhang mit dem wegen Terrorgefahr abgesagten Länderspiel das Zuhause eines 19-Jährigen durchsucht. Berichten zufolge brachte ein verdächtiges Video die Ermittler auf dessen Spur.

Ein Polizist am Fußballstadion in Hannover vor dem abgesagten Länderspiel Deutschland - Niederlande

Ein mit einer Maschinenpistole bewaffneter Polizist steht am Fußballstadion in Hannover, nachdem das Länderspiel Deutschland gegen Niederlande abgesagt wurde. "Konkrete Anschlagspläne" hatten laut Sicherheitsbehörden der Maßnahme geführt.

Die Polizei Hannover ermittelt Medienberichten zufolge wegen Terrorverdachts gegen einen 19-Jährigen. Das Zuhause des Schülers wurde am Donnerstag mehrere Stunden von Spezialkräften durchsucht, berichtet die "Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ)". "Der Beschuldigte ist verdächtigt, gemeinsam mit weiteren, nicht näher bekannten Personen einen Anschlag auf das Fußballländerspiel am 17. November 2015 in Hannover geplant zu haben", zitiert das Blatt die Bundesanwaltschaft. Ein Nachbar soll gesagt haben: "Die haben den Jungen mitgenommen. Nach zwei Stunden war er wieder da."

Dem "Spiegel" zufolge hat ein verdächtiges Video die Ermittler auf die Spur des 19-Jährigen gebracht. Demnach soll ein etwa zehn Sekunden langer Clip vom Abend des abgesagten Länderspiels einen jungen Mann in Ordnerweste des Deutschen Fußball-Bundes zeigen, der im bereits geräumten Stadion mehrere Sätze spricht. Dabei sollen Wortfetzen wie "pray for Rakka" (Bete für Rakka) und "al-Daula al-Islamija" zu verstehen sein. Letztgenanntes ist die arabische Selbstbezeichnung des "Islamischen Staates", Rakka dessen Hochburg in Syrien.

Video auf Instagram veröffentlicht

Nach Angaben des Magazins soll das Video zwei Tage nach der Spielabsage auf Instagram veröffentlicht worden sein. Dazu sei ein ähnlich langer Clip hochgeladen worden, der vor dem Stadion aufgenommen wurde. Urheber soll eben jener 19-Jährige sein, bei dem die Hausdurchsuchung stattgefunden haben soll. Der junge Mann sei in Hannover regelmäßig als Stadionordner tätig und auch an jenem Abend eingeteilt gewesen.

Seine Lehrerin soll ihn bei den Behörden gemeldet haben, da er sich zuletzt "erkennbar radikalisiert" habe. Er hätte den Wunsch geäußert, nach Syrien zu reisen. Die Beweise werden dem "Spiegel" zufolge noch ausgewertet, der Verdächtige bleibe auf freiem Fuß. Die Anschuldigungen würden sich bislang "nicht erhärten lassen", wie das Magazin die Bundesanwaltschaft zitiert.

fin