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AfD-Politiker: Thügida demonstriert gegen Björn Höcke - das steckt dahinter

Jetzt protestieren auch Rechtsextreme gegen Björn Höcke: Für Sonntag ist eine Demo in dem Heimatort des thüringischen AfD-Chefs geplant. Hintergrund ist eine Aussage Höckes vom vergangenen Wochenende.

AfD-Politiker Björn Höcke

Der Thüringer Partei- und Fraktionschef der AfD, Björn Höcke, spricht selbst gerne bei Kundgebungen. Jetzt wird gegen den Rechtsaußen-Politiker demonstriert - von noch extremeren Rechten.

DPA

Björn Höcke gehört zu den Politikern, die auf breiteste Ablehnung stoßen. Von ganz links bis weit ins konservative Lager gibt es Vorbehalte gegen den thüringischen Fraktions- und Parteichef der AfD, der immer wieder die Nähe zu völkischem Denken sucht, der die Holocaust-Mahnmal als "Denkmal der Schande bezeichnet" und eine "erinnerungspolitische Wende um 180 Grad" fordert. 

Neu ist, dass sich gegen Höcke auch Protest von ganz Rechts regt. Der Pegida-Ableger Thügida & Wir lieben Sachsen - Thügida steht dabei für "Thüringen gegen die Islamisierung des Abendlandes" - ruft zu einer Demo gegen den AfD-Politiker auf. Am Montag erschien auf der Facebook-Seite von Thügida & Wir lieben Sachsen ein Aufruf zu einer Demo für Sonntag den 1. Oktober in Bornhagen, einem kleinen Ort im thüringischen Landkreis Eichsfeld. Bornhagen ist vor allem wegen seines einen berühmten Bewohners bekannt: Björn Höcke lebt hier. 

Björn Höcke distanziert sich von Thügida

Der Hintergrund der Proteste könnte eine Aussage Höckes sein, die dieser auf de AfD-Parteitag in Thüringen vergangenen Wochenendes getätigt hat. Höcke hatte sich dort von Thügida distanziert und Pegida als "natürlichen Verbündeten" bezeichnet. Die Distanzierung geschah wohl auch aus Sorge vor einer Beobachtung der AfD durch den Verfassungsschutz. Vertreter von Thügida werden vom Verfassungsschutz in Thüringen als rechtsextremistisch eingestuft. Höcke versucht eine klare Grenze zu ziehen.

Das schmeckt Thügida gar nicht. "Drehen, wenden, heucheln, anbiedern, das Volk für ein bisschen Macht verkaufen... All das kennen wir seit Ewigkeiten", heißt es in dem Aufruf. Mit Blick auf Höcke, der studierter Lehrer ist, heißt es weiter: "Was gewisse Pädagogen, vermeintliche Heilsbringer, jetzt allerdings gerade abziehen, ist nichts anderes als Verrat. Verrat an der Basis, Verrat am Volk. Wohlgemerkt, am Volk, welches es überhaupt erst ermöglicht hat, an die Futtertröge des Kapitals zu gelangen."

Die Demo geht an Höckes Wohnhaus vorbei

Anmelder der Veranstaltung sind Jens Wilke und David Köckert, beide sind einschlägig bekannt. Köckert ist früherer NPD-Funktionär und fiel erst kürzlich in Köthen mit einer rassistischen Rede auf, in der er vom "Rassenkrieg gegen das deutsche Volk" fabulierte. Jens Wilke tritt bei der Europawahl für die rechtsextremen Republikaner an.

Erwartet werden rund 50 Teilnehmer. Geplant ist eine dreistündige Demonstrationszug, der auch an Höckes Wohnhaus vorbeiziehen soll.

che