Traumatisierte Soldaten Der Horror nach der Heimkehr


Immer mehr deutsche Soldaten kehren traumatisiert von ihrem Auslandseinsatz in Afghanistan zurück. Die Zahl der Fälle Posttraumatischer Belastungsstörungen ist in den vergangenen zwei Jahren dramatisch gestiegen. Jetzt wird das Dilemma ein Fall für die Politik.

Die Zahl der Bundeswehrsoldaten, die traumatisiert vom Einsatz in Afghanistan zurückkehren, steigt. Wie die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf Angaben des Verteidigungsministeriums gegenüber der FDP-Abgeordneten Elke Hoff berichtet, kehrten 2006 noch 55 Soldaten mit einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) zurück, 2007 waren es mehr als 130 und im vergangenen Jahr bereits 226.

Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) beobachtet die wachsende Zahl schwer traumatisierter Afghanistan-Heimkehrer mit Sorge. "Ich nehme die Entwicklung sehr ernst", sagte er am Dienstag in Leipzig. Jung appellierte an die betroffenen Soldaten, möglichst schnell einen Arzt aufzusuchen. Wichtig sei es, so früh wie möglich die Symptome einer Posttraumatischen Belastungsstörung zu erkennen. Dazu solle auch ein Kompetenz- und Forschungszentrum aufgebaut werden. Einzelheiten dazu gab Jung nicht bekannt; die Diskussion dazu laufe.

Bisher hatte die Bundeswehr von einem Anteil von etwa einem Prozent traumatisierter Heimkehrer gesprochen. In den Streitkräften der USA oder skandinavischer Länder beträgt dieser Wert vier bis fünf Prozent.

Der Verteidigungsausschuss des Bundestags hat nach Angaben des SPD-Abgeordneten Jörn Thießen bereits einen Antrag angenommen, wonach die Betreuung betroffener Soldaten deutlich verbessert werden soll. Das Parlament will sich in der nächsten Woche damit befassen.

DPA DPA

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