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Deutschlandkarte der Anschläge: Fremdenhass - längst nicht nur in Heidenau

Alles blickt dieser Tage auf Heidenau. Selbst die Kanzlerin hat sich ein Bild von der Lage vor Ort gemacht. Doch nicht nur dort gibt es Protest und Gewalt gegen Flüchtlinge. Eine Deutschlandkarte der Schande.

Polizisten inmitten von roten schimmernden Rauchschwaden

Polizisten gehen in Heidenau gegen fremdenfeindliche Demonstranten vor

Die schreckliche Zahl lautet 167. So viele Proteste, Kundgebungen und Übergriffe gegen Flüchtlinge und Flüchtlingsunterkünfte gab es nach Angaben des Bundesinnenministeriums im ersten Halbjahr 2015 in Deutschland. Sachsen verzeichnet mit 39 die meisten Vorfälle.

Und die Bilanz der zweiten Jahreshälfte wird nicht besser werden: Heidenau macht seit der rassistischen Randale am vergangenen Wochenende täglich Schlagzeilen - nun war sogar Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor Ort. In Berlin-Reinickendorf brannte eine Turnhalle auf einem Gelände, auf dem sich auch Asylwerber befanden. Am Donnerstag sollte ein Willkommensfest stattfinden. Zuvor kam es in Berlin zu mehreren Bombendrohungen. In Parchim drangen am späten Dienstagabend zwei mit einem Messer bewaffnete Männer in ein Asylbewerberheim ein - sie konnten festgenommen werden. Und in Leipzig warf wenige Stunden später ein Unbekannter einen Brandsatz in eine geplante Flüchtlingsunterkunft - der schnelle Einsatz der Feuerwehr verhinderte größeren Schaden. Ein Blick auf die Deutschlandkarte der Übergriffe auf Flüchtlinge seit Juni zeigt: Heidenau ist überall.

Die auf der Karte dargestellten Daten stammen vom Onlineportal "Mut gegen Rechte Gewalt", gesammelt von der Amadeu Antonio Stiftung und Pro Asyl, und von den Nachrichtenagenturen DPA und AFP. Angezeigt werden Vorfälle von Anfang Juni bis heute.