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Verfassungsschutz: Terror-Gefahr in Deutschland

Angesichts der anhaltend chaotischen Sicherheitslage im Irak hat Verfassungsschutz-Präsident Heinz Fromm vor einer erhöhten Terror-Gefahr auch in Deutschland gewarnt.

Besonders von so genannten Heimkehrern aus dem Irak gehe eine große Gefahr aus, sagte Fromm laut einer Vorabmitteilung des ZDF am Dienstag im "heute-journal": "Das sind Leute, die professionell umgehen können mit Waffen und Sprengmitteln, und das sind Leute, bei denen man annehmen muss, dass sie keine Hemmungen haben, andere Menschen umzubringen."

Der Chef des Bundesamtes für Verfassungsschutz bezeichnete die Gefährdung Deutschlands und anderer westeuropäischer Länder als "sehr hoch nach unserer Einschätzung". Die aktuellen Zusammenhänge deuteten darauf hin, dass die Ausbildung von Polizeibeamten durch deutsche Dienststellen ein Thema im Zusammenhang mit dem Irak-Konflikt sei: "Und von daher muss man davon ausgehen, dass das seine Auswirkungen hat auf die Sicherheitslage Deutschlands."

"Gotteskrieger" werden getrieben

Nach ZDF-Informationen werden von europäischen Sicherheitsbehörden alle Informationen über so genannte Dschihad-Touristen zusammen getragen und Erkenntnisse ausgetauscht. Demnach seien in den vergangenen zwei Jahren mindestens 300 Muslime aus Westeuropa in den Irak gereist, um dort am Kampf gegen amerikanische, britische und irakische Streitkräfte teilzunehmen und Terroranschläge zu verüben.

Vor allem junge "Gotteskrieger" würden von einem Gefühl der Ausgrenzung in der westlichen Gesellschaft und der Suche nach Anerkennung getrieben, hieß es. Eine wachsende Zahl von Irakkämpfern kehre anschließend nach Westeuropa zurück. Deutsche Geheimdienste gehen dem ZDF zufolge davon aus, dass gerade Heimkehrer aus dem Irak es als eine Ehre ansehen würden, im Auftrag des Terroristenführers Abu Mussab Al Sarkawi in Westeuropa Anschläge zu verüben.

AP