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Verschwendung von Steuergeld: Staat finanziert Porschefahrten für reiche Hotelgäste

Subvention de luxe auf Kosten der Steuerzahler: Das Verkehrsministerium bezuschusst nach stern-Recherchen Sportwagenbauer Porsche, damit Gäste von Luxushotels Panamera-Limousinen testen können.

Das Bundesverkehrsministerium bezuschusst im Rahmen der Förderung der Elektromobilität einen Fahrdienst, bei dem Gäste teurer Hotels Porsche-Limousinen des Typs Panamera nutzen können. Nach stern-Informationen fließen insgesamt 848.651 Euro an Zuschüssen für das Projekt, das auch auf Kritik vom Bund der Steuerzahler stößt. Den Plänen zufolge soll Porsche ab Sommer 2013 zwölf Fahrzeuge vom Typ Panamera Plug-In Hybrid 36 Monate lang an ausgewählten Hotels in Baden-Württemberg und Sachsen stationieren. Dort sollen die Limousinen dem Transport von Hotelgästen dienen.

Die Entscheidung über die Auswahl der Hotels werde vom Porsche-Vorstand getroffen, hieß es bei dem Unternehmen. Es solle sichergestellt sein, dass "adäquate Kunden" an das Auto herangeführt würden. Das Bundesverkehrsministerium begründete die Förderung mit dem Ziel, "Nutzerakzeptanz und Sichtbarkeit von elektrischen Fahrzeugen in dieser Fahrzeugklasse" zu steigern. Das Ministerium rechtfertigte die Förderung überdies mit der Behauptung, Porsche rüste die Fahrzeuge für das Projekt eigens "manuell" um.

Gegenüber dem stern bestritt Porsche diese Darstellung des Verkehrsministeriums. Es werde sich um Serienmodelle handeln. Tatsächlich nutze Porsche den Zuschuss aus der Staatskasse, um im Rahmen des Hotelprojekts Fahrdaten von einem wissenschaftlichen Institut auswerten zu lassen. Der Typ Panamera Plug-In Hybrid soll nach Informationen des stern bereits nach der Shanghai Autoshow im April in die Auslieferung gehen. Seine Motorleistung soll bei 333 PS liegen.

Hans-Martin Tillack, Peter Pursche