Von der Leyen Wickel-Praktikum für Männer


Offenbar hat sich Familienministerin Ursula von der Leyen mit ihrem Vorschlag durchgesetzt, das Elterngeld nur dann voll auszuzahlen, wenn der Vater das Baby mindestens zwei Monate lang versorgt.

Offenbar will die Union die "Vätermonate" beim Elterngeld einführen - und damit einen kontrovers disktutierten Vorschlag von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) umsetzen. Offen ist nach Informationen der Deutschen Nachrichtenagentur allerdings, ob die den Vätern noch im ersten Babyjahr zupacken sollen (10 plus 2 Monate) oder auch nach dem ersten Jahr ihres Kindes (12 plus 2 Monate).

Die Präsidien von CDU und CSU diskutierten in Berlin das Thema ausführlich, fassten aber keine Beschlüsse. CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer sagte, die Union gehe mit dem Vorschlag in die Koalitionsgespräche, die 12 plus 2-Lösung zu realisieren. Fraglich ist, ob diese Lösung finanziert werden kann: Es sollen nicht mehr als vier Milliarden Euro für das Elterngeld pro Jahr ausgegeben werden. Es beträgt 67 Prozent des letzten Nettoeinkommens, höchstens jedoch 1800 Euro im Monat.

Von der Bevölkerung abgelehnt

Die "Vätermonate" - die bereits im Koalitionsvertrag verankert sind - waren innerhalb der Union umstritten. Zahlreiche Politiker lehnten sie ab, weil sie angeblich unzulässig in die Familienplanung eingriffen. Ähnlich scheinen die Bundesbürger zu denken. Eine Emnid-Umfrage des Nachrichtensenders N24 ergab, dass 66 Prozent der Deutschen es ablehnen, dass das Elterngeld nur dann voll ausgezahlt wird, wenn auch der Vater nach der Geburt des Kindes wenigstens zeitweise zu Hause bleibt. 31 Prozent befürworten dagegen eine Erziehungszeit für Väter. 83 Prozent der Befragten sind für die Einführung eines Elterngeldes.

Unterstützung erhielt von der Leyen von Hans Bertram, dem Vorsitzenden der Sachverständigenkommission, die den 7. Familienbericht der Bundesregierung geschrieben hat. Nach der Verfassung sei es Aufgabe beider Eltern, die Kinder zu erziehen. Auch könnten die Väter mit dem Argument der "Vätermonate" ihren Anspruch darauf in den Betrieben besser durchsetzen, so Bertram. Von der Leyen erwartet sich vom Elterngeld eine deutliche Senkung der Kinderarmut bei Allein- und Geringverdienern und sieht es als einen Baustein für die Entscheidung junger Paare für ein Kind.

DPA DPA

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