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Wahlkampf mit Samthandschuhen: Steinbrück will kein Hauen und Stechen mit Merkel

"Wer ohne Sünden ist, der werfe den ersten Stein": Getreu diesem biblischen Leitsatz will Peer Steinbrück den Wahlkampf gestalten. Die Kritik an seinen bezahlten Vorträgen kann er nicht verstehen.

Der wegen bezahlter Vorträge in die Kritik geratene SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat seinen politischen Gegnern ein Fairness-Abkommen für den bevorstehenden Wahlkampf vorgeschlagen. Er biete Bundeskanzlerin Angela Merkel an, "dass wir zu einer Art Wahlkampfkodex kommen, damit wir nicht mit Steinen werfen", sagte Steinbrück am Sonntagabend in der ARD-Sendung "Günther Jauch". Merkel sei "durchaus in der Lage zu stechen oder zu hauen, oder sie lässt andere von der Kette". Es gehe allerdings darum, "fair miteinander umzugehen".

Steinbrück war von Vertretern der schwarz-gelben Koalition wegen der rund 80 Vorträge, für die er sich teils hohe Honorare zahlen ließ, heftig attackiert worden. Er zeigte sich in der Sendung erstaunt über die Kritik an seiner Vortragstätigkeit. Er habe alles nach Recht und Gesetz veröffentlicht und es nicht für möglich gehalten, dass ein solches Misstrauen entsteht. Zum genauen Umfang seiner Einnahmen wollte Steinbrück keine Angaben machen. Er verwies auf die angekündigte Veröffentlichung, für die er eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft eingeschaltet habe.

Steinbrück zeigte sich offen, die Nebeneinkünfte der Abgeordneten künftig generell genauer offenzulegen als bisher. "Ich bin gerne dabei", sagte der SPD-Politiker mit Blick auf entsprechende Planungen der Parteien. Eine solche Regelung würde allerdings nicht rückwirkend gelten.

ivi/AFP / AFP