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Warnstreik in Berlin: Neue Tarifrunde am Montag

Auf U-Bahnen und Busse mussten Fahrgäste in Berlin am Samstag vergeblich warten. Tausende Beschäftigte des öffentlichen Nahverkehrs streikten. Touristen und Berliner nahmen es gelassen. Die nächste Verhandlungsrunde beginnt am Montag.

Ein 15-stündiger Warnstreik bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) hat den öffentlichen Nahverkehr in der Bundeshauptstadt am Samstag in weiten Teilen zum Erliegen gebracht. Ab vier Uhr morgens fiel nach BVG-Angaben der gesamte U-Bahnverkehr und nahezu der komplette Busverkehr aus. Die Gewerkschaft Verdi hält das Angebot der BVG, die Löhne über eine Laufzeit von drei Jahren um 4,9 Prozent zu steigern, für zu niedrig.

Lediglich private Busanbieter in Berlins Randgebieten und eine Buslinie zum Flughafen Tegel funktionierten. An dem Warnstreik beteiligten sich nach Angaben des Unternehmens etwa 5000 BVG-Mitarbeiter. Berliner und Gäste der Stadt reagierten gelassen auf den Totalausfall bei U-Bahn und Bussen. Die Polizei bestätigte, dass es keine Zwischenfälle wegen des Streiks gab. Ab 19 Uhr fuhren Busse und Straßenbahnen wieder.

Nächste Verhandlungsrunde am Montag

Der Streik fand am zweitletzten Tag der Berlinale-Filmfestspiele statt. Außerdem waren zehntausende Fußballfans unterwegs - der Berliner Fußballclub Hertha BSC spielte am Samstagnachmittag im fast ausverkauften Olympiastadion gegen die Mannschaft von Borussia Dortmund. Nach BVG-Angaben nutzen normalerweise rund 1,8 Millionen Menschen an einem Samstag die U-Bahn.

Verdi-Sprecher Andreas Splanemann verwies am Sonntag darauf, wie "gut organisiert" der Warnstreik verlaufen sei und betonte die hohe Kampfbereitschaft der BVG-Mitarbeiter. "Ich fürchte, dass wir vor einem harten Arbeitskampf stehen", sagte er. Die nächste Verhandlungsrunde findet am Montag um 13 Uhr statt. Am Dienstagvormittag will Verdi dann bekanntgeben, ob ein Streik ausgerufen wird.

2008 hatten BVG-Mitarbeiter rund zwei Wochen gestreikt und damit den Verkehr in Berlin lahmgelegt.

kave/AFP / AFP