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Kretschmann setzt auf Bürgerhilfe: Flüchtlinge sollen bei Privatpersonen wohnen

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) fordert, dass Flüchtlinge in Europa "solidarischer" verteilt werden. Deutschland stehe kurz vor einer Krise.

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sieht die aktuelle europäische Asylpolitik kritisch (Archivbild vom August 2014)

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sieht die aktuelle europäische Asylpolitik kritisch (Archivbild vom August 2014)

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat vor einer Flüchtlingskrise in Deutschland gewarnt und die Bürger dazu aufgerufen, bei der Unterbringung der Menschen zu helfen. Er sei "sehr dankbar", dass es in großen Teilen der Bevölkerung Empathie für die Flüchtlinge gebe, sagte Kretschmann der "Welt am Sonntag". Es gebe bereits erste Angebote von Privatpersonen, ihre Liegenschaften zur Verfügung zu stellen. "Darüber sind wir sehr froh, und die brauchen wir auch", sagte der Grünen-Politiker. Deutschland sei "nicht weit weg" von einer Krise.

Kretschmann forderte zugleich, die Flüchtlinge in Europa "solidarischer" zu verteilen. Bislang seien es "nur wenige europäische Länder, die überhaupt Flüchtlinge aufnehmen", sagte Kretschmann dem Blatt. Er nannte es "das Gebot der Stunde", die Flüchtlinge in Europa sinnvoller zu verteilen - etwa nach der Steuerkraft. "Sonst können wir diese große Herausforderung nicht bewältigen", warnte er. In Zukunft sei noch "mit weit größeren Flüchtlingsströmen" zu rechnen.

tkr/AFP / AFP