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BKA-Statistik: 921 Übergriffe auf Asylunterkünfte in diesem Jahr

Das Bundeskriminalamt veröffentlicht aktuelle Zahlen und notiert einen leichten Rückgang bei den Übergriffen auf Flüchtlingslager. Trotzdem bleibt ihre Anzahl erschreckend hoch und wirft die Frage auf: Wie muss unsere Politik reagieren?

Angriffe auf Asylunterkünfte: Trümmer einer niedergebrannten Asylunterkunft in Altenfelden

Ein Schild mit der Aufschrift "Brandstiftung ist ein Verbrechen" steht vor den Trümmern der niedergebrannten Asylunterkunft in Altenfelden

921 Angriffe auf Asylbewerberunterkünfte wurden in diesem Jahr aktenkundig (Stichtag 27. Dezember) - das teilte das Bundeskriminalamt in Wiesbaden mit. Im gesamten Vorjahr waren 1031 solcher Straftaten gezählt worden. Zu möglichen Gründen für die leicht gesunkenen Zahlen äußerte sich das BKA bisher nicht.

Die Ermittler vermuteten 2016 bei 857 Fällen einen rechtsextremen Hintergrund, bei weiteren 64 Delikten konnte eine politische Motivation noch nicht sicher ausgeschlossen werden.

In 66 Fällen brannten Asylunterkünfte

Bei den Angriffen handelte es sich überwiegend um Sachbeschädigungen (371) und Propagandadelikte (211). In mehr als 150 Fällen wurden in diesem Jahr bislang Gewalttaten gegen Flüchtlingsunterkünfte verübt, darunter 66 Brandstiftungen und 4 Sprengstoffexplosionen.

2015 hatten die Ermittler 177 der Attacken gegen Asylbewerberheime als Gewalttat gewertet, darunter 94 Brandstiftungen und 8 Sprengstoffexplosionen. 2014 waren für das Gesamtjahr noch 199 Straftaten gegen Asylunterkünfte gemeldet worden, darunter 28 Gewaltdelikte.

SPD-Politikerin Eva Högl sieht Handlungsbedarf

Die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Eva Högl, sagte der "Welt" mit Blick auf die Attacken: "Das ist eine erschreckend hohe Zahl. Da besteht Handlungsbedarf." Die Menschen kämen hierher und bräuchten Schutz. "Was wir jetzt nicht machen dürfen, ist Asylpolitik und Terror vermischen."

Die innenpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Irene Mihalic, sagte der Zeitung: "Die Zahl der Anschläge in 2016 ist erst einmal frappierend. Das zeigt noch einmal ausdrücklich, dass wir als Politiker nach einem so furchtbaren Anschlag wie auf dem Berliner Weihnachtsmarkt eine große Verantwortung tragen, bei dem was wir öffentlich sagen."

sve / DPA