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Zeitungsbericht: USA bieten Bundeswehr vier Drohnen an

Bewaffnete Drohnen für die Bundeswehr? Die US-Regierung soll Deutschland vier Fluggeräte angeboten haben, die sich entsprechend aufrüsten lassen.

Wenn die eigenen Drohnen nichts taugen, muss man sich andernorts umschauen: Laut "Süddeutscher Zeitung" haben die USA der Bundeswehr vier Drohnen angeboten. Die US-Regierung könne die unbewaffneten Fluggeräte des Typs MQ-9A Predator B samt Bodenstationen liefern. Dies gehe aus einer Antwort des Verteidigungsministeriums auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion hervor, die dem Blatt vorliege. Es ist aber möglich, die Drohnen so umzurüsten, dass sie Waffen tragen und abfeuern können. Die USA setzen die bewaffnete Version unter dem Namen Reaper ("Sensenmann") ein.

Der sogenannte "Letter of Offer and Acceptance" sei am 13. Juni übermittelt worden, hieß es in der Mittwochsausgabe der "SZ". Der Grund, warum die Lieferung unbewaffneter Drohnen angeboten werde, liege darin, dass die deutsche Seite auch nur nach unbewaffneten Drohnen gefragt habe. Für eine Umrüstung müsste eine neue Anfrage an die US-Regierung gestellt werden.

Zögern nach Euro-Hawk-Debakel

Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) hat sich in der Vergangenheit mehrmals dafür ausgesprochen, Kampfdrohnen zu beschaffen, die Entscheidung aber in die nächste Legislaturperiode verschoben. Neben dem nun von der US-Regierung offiziell angebotenen Modell ist auch die israelische Drohne Heron TP im Gespräch.

Das US-Angebot sei "noch nicht abschließend bewertbar", heißt es im Schreiben des Ministeriums. Dies gelte auch für die "zulassungsrelevanten" Aspekte. Die Frage der Zulassung rückte durch die Affäre um die Aufklärungsdrohne Euro Hawk in den Blickpunkt. Der Euro Hawk war wegen fehlender Freigabe für den deutschen Luftraum im Mai gestoppt worden - nachdem bereits millionenschwere Investitionen getätigt worden waren.

Der Untersuchungsausschuss zu dem Drohnen-Debakel hatte am Montag nach zwei Monaten seine Arbeit beendet. Während Union und FDP den Minister entlastet sehen, fordert die Opposition den Rücktritt de Maizières.

jwi/DPA/AFP/Reuters / DPA / Reuters