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Zulassung zur Wahl: Sonneborns Satire-Partei darf Bundestag stürmen

Bei der Bundestagswahl 2009 musste sie noch draußen bleiben - diesmal ist die nicht ganz ernst zu nehmende "Die Partei" von Martin Sonneborn zur Wahl zugelassen.

Von Katharina Grimm

Es ist vollbracht: Die Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative, oder kurz: Die Partei, ist bei der Bundestagswahl dabei. Am heutigen Donnerstag bestätigte der Bundeswahlleiter Roderich Egeler, dass die nicht ganz ernst gemeinte Partei einen Platz auf den Wahlzetteln bekommt. Martin Sonneborn, Vorsitzender von Die Partei, schrieb via Facebook: "Wir sind durch und dabei: Bundestagswal 2013!"

Für die Abschaffung der Sommerzeit

Das sah vor vier Jahren noch ganz anders aus: Zur Wahl 2009 war die Partei, die einige Redakteure des Satire-Magazins "Titanic" gegründet hatten, noch aus dem Rennen geflogen. Nicht ernsthaft genug, war damals die Begründung des Wahlleiters. Das wollten die Parteimitglieder nicht hinnehmen - und strebten eine Verfassungsbeschwerde mit viel medialem Zirkus an. Das Ziel: Neuwahlen. Die Beschwerde wurde allerdings abgewiesen. Aus formellen Gründen.

Inhaltlich will die Partei das Volk mit recht eigenwillig spaßigen Thesen beglücken. "Die Partei will 17 Prozent der Führungspositionen in der deutschen Wirtschaft mit qualifizierten Faulen, Drückebergern und Müßiggängern besetzen", heißt es auf der Homepage der Partei. Darüber hinaus wolle man sich für die Abschaffung der Sommerzeit und gegen die Verblödung der Innenstädte. Im Großen und Ganzen ein Nonsens-Programm, das aber gerade bei jungen Wählern viele Anhänger hat. Man stehe kurz vor der Machtübernahme, sagte Sonneborn kürzlich in einem Interview.

Um bei der Wahl dabei zu sein, müssen einige Hürden genommen werden. Die Parteien müssen beispielsweise eine Satzung haben, über ein Parteiprogramm verfügen und auch glaubwürdige Strukturen nachweisen. Über die Teilnahme entscheidet ein elfköpfiges Gremium.

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