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Die Morgenlage Biden gibt sich nach Erfolgen in Schlüsselstaaten siegessicher – Trump klagt


Nach der Präsidentschaftswahl in den USA bahnt sich eine juristische Schlacht  +++ Attentäter von Wien galt für Betreuer noch als radikal +++ Die Nachrichtenlage am Donnerstagmorgen.

Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser,

Die US-Wahl scheint knapp auszufallen. Präsident Trump setzt daher auf die Hilfe der Gerichte, sein Herausforderer Joe Biden gibt sich siegessicher. Den USA droht eine unruhige Hängepartie. Derweil verbreitet sich das Coronavirus weiter extrem stark in den Vereinigten Staaten aus – erneut wurde ein Höchststand der Neuinfektionen erreicht.

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag:

Biden gibt sich nach Erfolgen in Schlüsselstaaten siegessicher

Angesichts steigender Siegchancen für den Herausforderer Joe Biden bahnt sich nach der Präsidentschaftswahl in den USA eine juristische Schlacht an. Biden zeigte sich am Mittwoch siegessicher. Er gewann laut US-Medien die Schlüsselstaaten Michigan und Wisconsin. Amtsinhaber Donald Trump hatte sich jedoch schon vorher zum Wahlsieger erklärt, ein juristisches Vorgehen gegen Stimmenauszählungen angekündigt und das Land damit an den Rand einer schweren politischen Krise gebracht. Er und sein Team reichten inzwischen mehrere Klagen in umkämpften Bundesstaaten ein.

Biden sagte dagegen in seiner Heimatstadt Wilmington im Bundesstaat Delaware: "Wir glauben, dass wir die Sieger sein werden, wenn die Stimmauszählung beendet ist". Er fügte hinzu: "Es ist klar, dass wir genug Bundesstaaten gewinnen, um die 270 Wahlleute-Stimmen zu erreichen." Es sei aber noch zu früh, einen Sieg zu verkünden.

Verfolgen Sie die Ereignisse zur US-Wahl auch in unserem Liveblog.

Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen in den USA bei fast 100.000

Am Tag nach der US-Präsidentschaftswahl hat die Zahl der verzeichneten Coronavirus-Neuinfektionen in den Vereinigten Staaten einen Höchststand erreicht. Wie die Johns-Hopkins-Universität am Mittwochabend (Ortszeit) mitteilte, wurden fast 100.000 neue Fälle innerhalb von 24 Stunden erfasst - die genaue Zahl beträgt 99.660.

Die Gesamtzahl der registrierten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus in den USA seit Beginn der Pandemie liegt bei mehr als 9,4 Millionen. Die Zahl der Todesopfer im Land liegt laut den amtlichen Statistiken bei rund 233.000. Von den absoluten Zahlen her sind die Vereinigten Staaten das mit Abstand am stärksten von der Pandemie betroffene Land der Welt.

Coronavirus-Neuinfektionen in Deutschland erreichen traurigen Rekord

In Deutschland ist ein Rekordwert bei den Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet wurden. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) heute früh unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden fast 20.000 neue Infektionen innerhalb eines Tages erfasst - die genaue Zahl betrug 19.990 Fälle. Der bisherige Höchstwert in Deutschland seit Beginn der Pandemie hatte bei 19.059 Fällen gelegen und war am vergangenen Samstag vom RKI bekanntgegeben worden.

Jeder Zweite erwartet ein Weihnachten in der Isolation

Die Hälfte der Bundesbürger rechnet mit einem Weihnachten in der Isolation. Konkret befürchten 52 Prozent, dass die Haushalte in Deutschland wegen der Coronakrise diesmal getrennt feiern müssen, wie eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur ergab. Dass Restaurants, Kneipen und Cafés rund um die kommenden Feiertage geschlossen bleiben müssen, erwarten 53 Prozent.

Attentäter von Wien galt für Betreuer noch als radikal

Der islamistische Attentäter von Wien ist seinem Betreuer im Deradikalisierungsprogramm Derad vor der Tat wegen seiner extremen Gläubigkeit aufgefallen. Das sagte Derad-Mitbegründer Moussa Al-Hassan Diaw der Deutschen Presse-Agentur in Wien. Hinweise auf eine bevorstehende Bluttat habe es dabei allerdings nicht gegeben. Ein Bericht über die Einschätzung sei wie üblich an die Justizbehörden übermittelt worden. Als deradikalisiert habe er, anders als vom Innenministerium betont, nie gegolten.

Drei Tage nach dem Terroranschlag in einem Ausgehviertel der österreichischen Hauptstadt stehen zunehmend mögliche Pannen der Sicherheitsbehörden im Fokus. Ein 20-jähriger vorbestrafter IS-Sympathisant tötete am Montagabend vier Menschen und verletzte mehr als 20, bevor er selbst durch Polizeischüsse starb.

Verfassungsschutzchef warnt vor islamistischer Bedrohung in Deutschland

Die Sicherheitsbehörden in Deutschland müssen derzeit nach Einschätzung von Verfassungsschutzchef Thomas Haldenwang angesichts der Bedrohung durch islamistische Extremisten "sehr wachsam" sein. Nach den islamistischen Anschlägen der vergangenen Wochen gehe es darum, "einen sehr scharfen Blick auf die uns bekannten Gefährder werfen", sagte der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz dem ARD-Hauptstadtstudio in einem heute veröffentlichten Interview. Es gebe sicher einige, die "über Nachahmungstaten" nachdächten.

Bezos verkauft Amazon-Aktien für über drei Milliarden Dollar

Amazon-Chef Jeff Bezos hat in dieser Woche Aktien seines Unternehmens im Wert von mehr als 3 Milliarden Dollar (2,6 Mrd. Euro) verkauft. Das ging am Mittwoch (Ortszeit) aus Pflichtmitteilungen an die US-Börsenaufsicht SEC hervor. Bezos hat in diesem Jahr SEC-Daten zufolge bereits Amazon-Anteile im Wert von über 10,2 Milliarden Dollar (8,7 Milliarden Euro) zu Geld gemacht.  Der 56-Jährige Starunternehmer gründete Amazon 1994 und ist bis heute größter Einzelaktionär des weltgrößten Internethändlers.

Was heute außerdem wichtig wird:

Bundesverwaltungsgericht urteilt über Präimplantationsdiagnostik

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig entscheidet heute (9.30 Uhr) über die Bedingungen für eine Präimplantationsdiagnostik (PID). Es geht um den Fall einer Frau mit Kinderwunsch, deren Partner an der Muskelkrankheit Myotone Dystrophie erkrankt ist und diese an Nachkommen weitergeben könnte. Die Frau will darum künstlich befruchtete Embryonen auf Erbkrankheiten untersuchen lassen, bevor sie in den Mutterleib eingesetzt werden. (Az. BVerwG 3 C 12.19) Eine PID ist in Deutschland nur erlaubt, um Totgeburten oder schwere Erbkrankheiten zu verhindern.

Bundestag debattiert über Islamismus, Hartz IV und schnellere Investitionen

Der Bundestag debattiert heute in seiner Sitzung (Beginn 9 Uhr) über Konsequenzen aus den jüngsten islamistisch motivierten Anschlägen in Europa. Die von den Koalitionsfraktionen beantragte Aktuelle Stunde (13.55 Uhr) trägt den Titel "Islamistischen Terror in Europa entschieden bekämpfen - Unsere freie Gesellschaft verteidigen".

Videokonferenz mit Merkel ersetzt Antrittsbesuch von Premier Castex in Berlin

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) tauscht sich heute mit dem neuen französischen Premierminister Jean Castex in einer Videokonferenz über die Corona-Pandemie und andere Herausforderungen aus (15 Uhr). Die Videoschalte ersetzt wegen der gegenwärtig massiven Ausbreitung des neuartigen Coronavirus den Antrittsbesuch des französischen Regierungschefs in Berlin. Nach Angaben der Bundesregierung soll es außer um die Bekämpfung der Pandemie auch um europapolitische und internationale Themen gehen.

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Ihre stern-Redaktion

anb DPA AFP

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