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Internationale Beziehungen: Donald Trump beruft Diplomat Huntsman nach Moskau

Aufgrund der schwierigen Beziehungen zu Russland hat US-Präsident Donald Trump den erfahrenen Diplomaten John Huntsman für den Posten des Botschafters in Moskau nominiert. Er soll dabei helfen, die Differenzen zwischen den USA und Russland beizulegen.

John Huntsman wird von Trump nach Moskau berufen: Der US-Diplomat bei einer Rede auf der Bühne

Der Republikaner John Huntsman bei einer Rede im Oktober 2013. Seine Erfahrung und sein diplomatisches Geschick sind von Donald Trump künftig gefragt.

Wenige Wochen nach Abschluss des G20-Gipfels in Hamburg kommt Bewegung in die diplomatischen Bemühungen zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und Russland. Donald Trump nominiert den Republikaner und Diplomat John Huntsman für den Botschafterposten in Moskau. 

Das Weiße Haus begründete die Entscheidung damit, dass Huntsman sich durch eine "außerordentliche Karriere als Politiker, Diplomat und Geschäftsmann" ausgezeichnet habe. Die Nominierung des 57-Jährigen muss noch vom US-Senat gebilligt werden.

Die Präsidenten-Vita des John Huntsman

Der siebenfache Vater kann eine beeindruckende Karriere vorweisen. Er war während der Amtszeit des Ex-Präsidenten George Bush bereits US-Botschafter in Singapur. Unter dem ehemaligen Präsidenten Barack Obama diente der Republikaner, der fließend Mandarin spricht, von 2009 bis 2011 als Botschafter in China. Auch im Wahlkampf und seit der Amstantretung Donald Trumps hatte Huntsman bereits auf sich aufmerksam gemacht. Der Präsident hatte ihm im Wahlkampf vorgeworfen, als Diplomat in China nicht im Interesse der USA gehandelt zu haben. Dennoch war der gemäßigte Republikaner auch als Trumps Außenminister gehandelt worden.

Den Botschafterposten gab Huntsman auf, um sich 2012 um die Kandidatur der Republikaner für die Präsidentschaftswahl zu bewerben. Dabei konnte er auch auf seine zwei Amtszeiten als Gouverneur in Utah verweisen. Letztendlich beendete er seine Kandidatur aufgrund schlechter Ergebnisse in den Vorwahlen.

Druck auf Donald Trump steigt

Derzeit leitet Huntsman das außenpolitische Institut Atlantic Council. Neben seiner politischen Karriere ist er auch in der Wirtschaft aktiv: Er gehört unter anderem den Aufsichtsräten des Energiekonzerns Chevron, des Autobauers Ford und der Hotelkette Hilton an.

Trump steht wegen der Russland-Kontakte seines Wahlkampfteams unter Druck. In der Affäre ermitteln derzeit mehrere Kongressausschüsse sowie die Bundespolizei FBI und der vom Justizministerium eingesetzte Sonderermittler Robert Mueller. Sie gehen dem Verdacht möglicher Absprachen zwischen Trump-Mitarbeitern und der Führung in Moskau während des Präsidentschaftswahlkampfes im vergangenen Jahr nach.

Erneuter Austausch während des Gipfels

Zuletzt war der Druck auf Trump nochmals gewachsen. Sein Sohn Donald Trump junior gab zu, sich 2016 mit der russischen Anwältin Natalia Weselnizkaja getroffen zu haben - in der Erwartung, belastendes Material über die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton zu erhalten.

Vor diesem Hintergrund werden Kontakte der US-Regierung zu Russland kritisch beäugt. Die Mitteilung des Weißen Hauses, dass Trump und Putin beim G20-Gipfel Anfang Juli ein weiteres Gespräch geführt hatten, löste am Dienstag daher Spekulationen aus. Nach einer kurzen gegenseitigen Begrüßung zu Beginn des Gipfels vor anderthalb Wochen sowie einem gut zweistündigen Gespräch hätten die beiden Staatschefs sich beim späteren Abendessen erneut ausgetauscht, hieß es.

Beseitigung von Differenzen

Das US-Außenministerium teilte derweil mit, dass seine Nummer drei, Thomas Shannon, und der russische Vize-Außenminister Sergej Riabkow, am Montag "harte" Gespräche zur Beilegung von Streitpunkten geführt hätten. Das dreistündige Treffen sei vom beiderseitigen Willen zur Einigung geprägt gewesen.

Dabei ging es auch um die Einschränkung von Russlands Zugang zu zwei Geländen in den USA, die der frühere Präsident Obama wegen der russischen Wahlkampfeinmischung verfügt hatte. Auf die Frage von Journalisten, ob es dazu eine Einigung gebe, antwortete Riabkow: "Fast, fast."


fk / AFP