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US-Politik Trump lobt sich für die "sicherste Wahl aller Zeiten" - und nennt sie gleichzeitig manipuliert

Donald Trump droht mit Twitter sein bevorzugtes Sprachrohr zu verlieren
Trumps Lieblingssprachrohr ist eigentlich Twitter
© Andrew Harnik/ / Picture Alliance
Die Farce um Donald Trumps mangelnde Einsicht in den Amtsverlust geht weiter. Nachdem das Innenministerium die Wahl zur sichersten in der US-Geschichte erklärt hatte, sah Trump das als Kompliment für seine Arbeit. Nur um sich dann doch zu widersprechen.

Es ist ein Drama in vielen Akten. Auch eine Woche nachdem erste Medien die Präsidentschaftswahl seinem Herausforderer Joe Biden zugesprochen haben, verweigert Amtsinhaber Donald Trump weiter, seine Niederlage einzugestehen. Nachdem sein eigenes Innenministerium seine Behauptungen zum Wahlbetrug widerlegt hatten, nutzte er das zur eigenen Lobpreisung. Nur um die Kernaussage direkt wieder zu hinterfragen. 

Als Plattform für seine widersprüchliche Eigenwerbung nutzte Trump seine Lieblingsbühne Twitter. "Jahrelang haben die Demokraten gepredigt, wie unsicher und manipuliert unsere Wahlen seien. Nun loben sie den großartigen Job, den die Trump-Administration geleistet hat, um die Wahl 2020 zur sichersten aller Zeiten zu machen", lobt sich Trump in dem Tweet gewohnt großsprecherisch. "Das ist sogar wahr. Bis auf das, was die Demokraten machten. Manipulierte Wahl!", warf er das Selbstlob zur Sicherheit direkt wieder aus dem Fenster.

Sehr unterschiedliche Warnungen

Tatsächlich hatte vor allem einer die ganze Zeit betont, die Wahl sei manipuliert: Donald Trump selbst. Schon Wochen vor der Abstimmung hatte er immer wieder behauptet, die Abstimmungen würden verfälscht, um seine Chancen schlechter erscheinen zu lassen. Die Sorge um einen Wahlbetrug teilten zwar auch die Demokraten, sie forderten etwa, für eine größere Sicherheit in den IT-Systemen zu sorgen. So einseitig wie Trump waren ihre Warnungen aber nie.

Als das Innenministerium gestern verkündet, es habe sich um die sicherste Wahl "in der Geschichte Amerikas" gehandelt, fiel die Reaktion unter den Demokraten wenig überraschend positiv aus. Schließlich war die Aussage klar: Es habe keine Anzeichen für eine systematische Manipulation der Wahl gegeben, erklärte die Behörde. Und fällte ein klares Urteil: "Wir können Ihnen versichern, dass wir größtes Vertrauen in die Sicherheit und Integrität unserer Wahl haben. Und das sollten Sie auch." Der eindeutige Unterton: Joe Biden wurde legitim gewählt - und nicht durch Betrug ins Amt gebracht. Auch wenn das Verschwörungstheoretiker nach wie vor behaupten. Selbst in dem Tweet, der eigentlich diese Sicherheit zur eigenen Leistung erklären sollte.


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