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Der letzte der Hitler-Attentäter Ewald-Heinrich von Kleist ist gestorben


Er war der letzte aus dem Kreis der Hitler-Verschwörer um Claus Schenk Graf von Stauffenberg. Nun ist Ewald-Heinrich von Kleist im Alter von 90 Jahren gestorben.

Der frühere deutsche Widerstandkämpfer und Begründer der Münchner Sicherheitskonferenz, Ewald-Heinrich von Kleist, ist tot. Er starb am vergangenen Freitag im Alter von 90 Jahren. Ein Sprecher der Sicherheitskonferenz bestätigte am Dienstag einen entsprechenden Bericht der Zeitung "Die Welt".

Kleist war am gescheiterten Attentat auf Adolf Hitler durch die Verschwörer um Claus Schenk Graf von Stauffenberg am 20. Juli 1944 beteiligt. Er war im Bendlerblock in Berlin, dem Sitz des Oberkommandos des Heeres dabei und sollte die Entwaffnung der "Leibstandarte Adolf Hitler" überwachen. Nach dem Scheitern des Attentats wurde er verhaftet, überlebte aber Haft und Konzentrationslager. Nach dem Krieg wurde er in Berlin und München Verleger und gründete den Ewald-von-Kleist-Verlag in Berlin.

Gründer der Münchner Sicherheitskonferenz

1962 rief Kleist die Münchner Wehrkundetagung ins Leben, die später in Münchner Sicherheitskonferenz umbenannt wurde. Die Tagung ist heute eines der wichtigsten Treffen von Außen- und Sicherheitspolitikern weltweit. Kleist blieb stets Mahner für den Frieden.

"Wir haben eine Epoche von 65 Jahren Frieden hier in Zentraleuropa gehabt. Das hat es vorher nicht gegeben. Es ist eine einmalige Glücksoase gewesen", sagte Kleist 2010 etwa bei einem öffentlichen Gelöbnis von Soldaten vor dem Reichstagsgebäude in Berlin. Er dankte damit auch der Bundeswehr für ihren Einsatz für Frieden. Mit dem öffentlichen Gelöbnis wurde an das gescheiterte Bombenattentat erinnert. Seit dem Tod von Philipp Freiherr von Boeselager galt Kleist als letzter Überlebender aus dem Kreis um Stauffenberg.

"Je älter ich werde, desto häufiger wundere ich mich, dass ich überlebt habe", sagte Kleist zu seinem 90. Geburtstag im vergangenen Jahr dem Nachrichtenmagazin "Focus". Genauso wie er sich von Jahr zu Jahr mehr wundere, "wie es Stauffenberg gelang, gegen den Machtblock des Bösen anzugehen und ihn fast umzustürzen. Es waren seine menschlichen Stärken, die ihn dazu befähigten."

Ein Gefühl der tiefen Scham

Kleist entstammte einer Gutsbesitzerfamilie, die dem preußischen Staat jahrhundertelang in militärischen und administrativen Positionen gedient hatte. Im Stammbaum der alten preußischen Adelsfamilie findet sich auch der Dichter Heinrich von Kleist. Der Vater von Ewald-Heinrich, Ewald von Kleist-Schmenzin, war selbst erbitterter Gegnern des Nationalsozialismus - er bestärkt den Sohn bei der Frage, Hitler durch ein Attentat zu töten, auch wenn es das eigene Leben kostet.

"Ich fand es schrecklich, dass so viele Menschen für einen so wahnsinnigen Krieg geopfert werden", erklärte Kleist selbst 2004 seine Motivation, sich dem Widerstand anzuschließen. Er habe gesehen, wie Deutschland zerstört worden sei. "Das hat mich schon sehr beeindruckt. Ich mochte dieses Land sehr gerne." Zudem hätten die Verbrechen an Juden und an der Ostfront das Gefühl einer "tiefen Scham" in ihm hervorgerufen. "Das kann man auf Dauer einfach nicht hinnehmen."

kgi/DPA DPA

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