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Königsberg: "Wir spürten nur Hass"

Als am 5. April 1945 der Sturm auf Königsberg losbrach, leistete General Lasch noch vier Tage sinnlos Gegenwehr, bevor er kapitulierte. Für die Bewohner begann nun die Hölle: Die Befreier nahmen grausam Rache.

In Bunkerraum 13 unter dem Universitätsplatz von Kaliningrad scheint die Zeit vor 60 Jahren stehen geblieben zu sein. Der Wehrmachtmantel am Garderobenhaken, die Schreibmaschine auf dem schweren Eichenholztisch, daneben die letzten Lageberichte, eine Landkarte. Alles ist wie am Abend des 9. April 1945, als General Otto Lasch hier gegen 21.00 Uhr die Kapitulation unterzeichnete. Für Königsberg hatte der Zweite Weltkrieg ein Ende, für die Besiegten begann die Hölle.

Erstürmung in Miniatur

Der Lasch-Bunker ist eines der meistbesuchten Museen in der heute russischen Stadt Kaliningrad. Mehr als 20.000 Menschen drängen sich jedes Jahr durch die 21 Stahlbetonkammern des Befehlsstandes. Der Sturm auf Ostpreußens Hauptstadt wurde hier in Miniatur nachgebaut: Fort V, das brennende Schloss, der wuchtige Dohnaturm. Dort schoss einen Tag nach der Kapitulation immer noch eine Wehrmachtkompanie um sich, weil die Soldaten nicht gemerkt hatten, dass alles aus war.

Ende Januar 1945 stieß die Rote Armee an das Frische Haff südlich von Königsberg vor. Damit war Ostpreußen eingekreist, der Weg nach Westen versperrt. Bis zuletzt hatte Gauleiter Erich Koch, ein fanatischer Nazi, der Zivilbevölkerung die Flucht verboten. Nun saßen die Menschen in der Falle, während 250.000 Soldaten der 3. Weißrussischen Front zum Sturm auf die von Hitler zur Festung erklärte Stadt ansetzten.

Nach den Verbrechen, die die Deutschen in der Sowjetunion begangen hatten, lag zum ersten Mal eine deutsche Großstadt vor den Rotarmisten. "Wir spürten nur Hass", erinnert sich Alexej Schidow, der als 18-jähriger Infanterist am Sturm auf Königsberg teilnahm. "An unschuldige Zivilisten hat keiner gedacht. Warum auch? Wie viele Unschuldige hatten die Deutschen in Russland umgebracht?" Am Morgen des 5. April brach der Sturm los. Stundenlang ließ Marschall Alexander Wassiljewski die Artillerie auf die Stadt feuern. Das Donnern der Geschütze und Geheul hunderter Stalinorgeln verdichtete sich zu einem infernalischen Brüllen. Obwohl Gegenwehr sinnlos war, gab General Lasch erst vier Tage später auf, als die Rote Armee schon im Stadtzentrum stand.

Erschießungen, Folterungen und Vergewaltigungen

Für die Bewohner der Stadt begann nun die Apokalypse. Die Befreier nahmen grausam und völlig enthemmt Rache. Niemand hinderte sie an willkürlichen Erschießungen, Massenvergewaltigungen, bestialischen Folterungen. "Alles was wir tagsüber sahen, hatte uns so entsetzt, dass niemand mehr ein Wort sprechen konnte. Aber was wir nachts hörten, erschütterte mich noch mehr. Schreie, Hilferufe, Schüsse, Jammern", erinnert sich Michael Wieck in seinem Buch "Zeugnis vom Untergang Königsbergs". Als so genannter Geltungsjude hatte Wieck Naziterror und Holocaust überlebt, nun geriet er in die Hölle derer, die er eigentlich als Befreier ersehnt hatte.

Als sich das Chaos ausgetobt hatte, kamen die Seuchen. Typhus. Ruhr. Und der Hunger. Die Trümmerwüste Königsberg, als riesiges Internierungslager abgeriegelt, wurde zum Massengrab. Als 1948 die letzten Deutschen aus der nun schon Kaliningrad genannten sowjetischen Stadt deportiert wurden, waren von geschätzt 110.000 Menschen am Tag der Kapitulation noch knapp 15.000 am Leben. Keine andere deutsche Stadt hat ihre Befreiung so grausam bezahlt.

In Kaliningrad dringt die dunkle Seite der Befreiung bis heute nicht in öffentliche Debatten ein. Die Teilnehmer am Sturm der Festung sind Helden, die man alljährlich mit einer großen Siegesfeier am Memorial der 1200 Gardesoldaten ehrt. Erst die jüngeren Kaliningrader, für die der Krieg Geschichte ist, beginnen sich mit dem Thema kritischer auseinander zu setzen. Als Wieck vorigen Herbst in der Universität aus seinem gerade auf Russisch erschienenen Buch las, blieb im Hörsaal kein Platz mehr frei. Auch Gouverneur Wladimir Jegorow, Ex-Admiral der Baltischen Flotte, kam und hörte sichtlich betroffen zu. "Man sollte dieses Buch zur Pflichtstoff in den Schulen machen."

Thoralf Plath/DPA / DPA
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.