HOME

Halbzeitbilanz: "Meine Grundstimmung ist Zuversicht"

Sechs Wochen nach dem Start haben schon mehr als 300.000 Menschen den Online-Fragebogen von Perspektive-Deutschland ausgefüllt. Alt-Bundespräsident Richard von Weizsäcker als Schirmherr der Umfrage zog eine positive Halbzeitbilanz.

Seit dem 23. September läuft Perspektive-Deutschland, die weltweit größte repräsentative Onlineumfrage, die der stern zusammen mit der Unternehmensberatung McKinsey, dem ZDF und AOL zum vierten Mal initiiert. Im ZDF-Morgenmagazin zog Alt-Bundespräsident Richard von Weizsäcker als Schirmherr der Umfrage eine Halbzeitbilanz. Erfreut stellte er fest, dass die Bürger sich der Notwendigkeit von Reformen ganz und gar nicht verschließen, dass sie Gemeinsinn beweisen und dass die Bereitschaft zur Mitarbeit sogar gewachsen ist. "Dadurch, dass man auf die Straße geht, bringt man ein Gefühl zum Ausdruck. Dadurch, dass man an der Umfrage teilnimmt, kann man detailliert Auskunft geben und auch Wünsche äußern", wirbt Richard von Weizsäcker für eine rege Beteiligung.

Welche Regionen sind fit für die Zukunft?

Perspektive-Deutschland geht in diesem Jahr der Frage nach, wo die Stärken und Schwächen einer jeden Region in Deutschland liegen. In den vergangenen Jahren hat sich gezeigt, dass die Lebensqualität im Land - abhängig vom Wohnort - von den Bürgern ganz unterschiedlich beurteilt wird. In diesem Jahr soll daher ermittelt werden, welche Faktoren besonders zur Zufriedenheit mit dem eigenen Lebensumfeld beitragen - sind es die Arbeitsplätze, ist es der Freizeitwert? Welche Rolle spielen Kinderbetreuung und Kulturangebot?

Doch auch Fragen, die das ganze Land betreffen, kommen nicht zu kurz: Es geht im diesjährigen Fragebogen ebenfalls um Wirtschaftsförderung, Reformbereitschaft und die Zukunftsvisionen der Bürger.

Wichtige Quelle politischer Entscheidungen

Schon mehr als 300.000 Menschen haben in den letzten sechs Wochen die Chance genutzt, den Entscheidungsträgern in Politik und Wirtschaft ihre Meinung zu sagen. "Die Ergebnisse sind für die politischen Verantwortlichen äußerst wichtig", betonte von Weizsäcker. "Wir suchen Gespräche und verbreiten die Ergebnisse. Im letzten Jahr haben wir mit dem Bundeskanzler, den Länderchefs und den Spitzen aller Parteien gesprochen. Gerade die Landespolitiker haben keine anderen Quellen vergleichbarer Qualität für ihre Entscheidungen. Wir beobachten daher mit Freude, dass sich gerade Landes- und Kommunalpolitiker der Umfrageergebnisse bedienen." Schwächen und Stärken gebe es doch in jeder Himmelsrichtung, die Umstellung in den landwirtschaftlichen Bereichen bereite überall Probleme und auch innerhalb der Regionen gebe es Unterschiede, vergleiche man beispielsweise Oberbayern und Oberfranken.

"Zusammenarbeit ist wichtiger als Machtkämpfe"

"Probleme und Chancen sind bei uns gleichmäßiger verteilt als in anderen Ländern", stellte von Weizsäcker fest und freute sich, dass es jetzt gerade im Großraum Leipzig/Halle vorangehe. "Im Zusammenwachsen von Deutschland und Europa haben wir schon Ziele erreicht, von denen ich als Jugendlicher nicht zu träumen wagte. Doch jede Generation muss mit ihren eigenen Fragen fertig werden. Meine Grundstimmung ist Zuversicht."

Der Kontakt zwischen Bürgern und Politik, eine "lebendige Öffentlichkeit", ist dem Bundespräsidenten a. D. immer noch wichtig. "Zusammenarbeit ist wichtiger als Machtkampf um Mehrheiten. Das muss immer wieder zur Sprache gebracht werden, auch durch diese Umfrage", sagte von Weizsäcker. Noch bis zum 31. Dezember können Sie sich an der Umfrage beteiligen. Die Ergebnisse werden im Frühjahr 2005 veröffentlicht und diskutiert.

Claudia Fudeus