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"Heute wichtig" Nix mit Welthunger bekämpfen: Elon Musk kauft lieber Twitter

Vor dem blauen Twitter-Logo zeigt ein Smartphone-Display den Twitter-Account von Elon Musk
Bisher war Elon Musk nur ein Twitter-Nutzer. Künftig wird der Multimilliardär Twitter-Eigentümer
© Karl-Josef Hildenbrand / DPA
Vor wenigen Monaten noch wollte er den Welthunger beenden – jetzt will Elon Musk eben Twitter übernehmen. Für 44 Milliarden US-Dollar. Dabei wird Twitter nicht mehr als ein teures Hobby für Musk werden, vermutet der Digital-Journalist Christian Hensen.

Nach tagelangen Spekulationen und einem regelmäßigen Hin und Her hat er es tatsächlich getan. Elon Musk, der laut Forbes-Magazin reichste Mensch der Welt, hat sich eine neue Spielwiese gekauft: den Kurznachrichtendienst Twitter. Dabei wird Twitter für Elon Musk wohl vor allem ein teures Hobby sein, erklärt der Digital-Experte und Journalist Christian Hensen in der 262. Folge von "heute wichtig". Der Deal soll Musk schlappe 44 Milliarden Dollar kosten, die er sich zu großen Teilen von der Bank geliehen hat. Sein Vermögen besteht nämlich in erster Linie aus Aktien und beträgt geschätzte 239,6 Milliarden Dollar. Statt des Welthungers, den Musk vor ein paar Monaten noch beenden wollte, kauft er jetzt also Twitter. 

"Twitter ist das einzige soziale Netzwerk, das Musk wirklich mag" 

Warum er Twitter kauft? Laut dem Digital-Experten Christian Hensen soll Musk weder Facebook noch Instagram mögen. Auf Twitter jedoch hat er mehr als 85 Millionen Follower – und will dort nach eigenen Angaben die Redefreiheit, "free speech", wiederherstellen. Das soll auch Kritik an Musk selbst und seinen Firmen explizit nicht verhindern, das wurde ihm in der Vergangenheit immer wieder vorgeworfen. Beispielsweise schloss er das ZDF, das vorher kritisch über ihn berichtet hatte, von einem Besuch in der Tesla Gigafactory in Grünheide aus. Nachdem die Übernahme kommuniziert wurde, twitterte er selbst: "Ich hoffe, dass selbst meine strengsten Kritiker auf Twitter bleiben, denn auch das bedeutet Redefreiheit."

Andererseits ist die Sorge nun groß, dass Twitter durch zu laxe Regeln zu einer Hass-Plattform transformiert. Diese Sorge hat aber zumindest einen gesetzlichen Rahmen, erklärt Christian Hensen im Morgen-Podcast: "Langfristig bleibt abzuwarten, wie sehr Elon Musk Twitter nach seinen moralischen Vorstellungen noch formt – oder formen darf. Denn insbesondere in der EU muss auch eine Plattform mit absoluter Meinungsfreiheit Hassrede, Desinformation und strafbare Inhalte konsequent ahnden und entfernen. 'Alles' wird man also weiterhin nicht sagen dürfen."

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tkr

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