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Salzburg: Flüchtling wird wenige Minuten vor seiner Hochzeit festgenommen – und sitzt nun in Abschiebehaft

Fünf Minuten vor der Hochzeit nahm die Salzburger Ausländerbehörde den 32-jährigen Langkebba aus Gambia fest. Der Grund: Er sei illegal nach Österreich eingereist und müsse jetzt zurück nach Italien. 

Ein Hochzeitspaar hält Händchen.

Susanne B. und Langkebba C. wollten heiraten – doch die Ausländerbehörde kam ihnen zuvor. 

Getty Images

Es sollte der schönste Tag ihres Lebens werden – und er wurde zu einem Albtraum. Die 29-jährige Susanne B. war kurz davor, ihren Verlobten Langkkeba C. aus Gambia zu heiraten. Die beiden standen schon im Standesamt in Salzburg, doch zum Ja-Wort kam es nicht. Fünf Minuten vor Beginn der Trauung nahmen Beamte der Ausländerbehörde den 32-Jährigen fest.

Die Schwester der Braut filmte die dramatischen Szenen. "Sie können doch zehn Minuten warten! Bitte lassen Sie uns heiraten!", sagte Susanne B. unter Tränen. Die Ausländerbehörde kannte kein Erbarmen und führte den Mann ab. Als er ins Auto steigen musste, begann die Braut zu schluchzen. 

Die Gründe für die Festnahme waren zunächst unklar. Am Samstagnachmittag erklärte das österreichische Innenministerium dann in einer Pressemitteilung, der Mann sei kein Asylbewerber in Österreich. Demnach hatte er nach seiner Flucht aus Gambia in Italien Asyl beantragt und solle deshalb dorthin abgeschoben werden. Nach Angaben der Behörde hatten die Beamten den Gambier bereits mehrfach dazu aufgefordert, Österreich zu verlassen. Er sei immer wieder illegal eingereist. 

Innenministerium: "Muss ihm klar gewesen sein" 

"Ihm muss klar gewesen sein, dass auch eine Eheschließung an seinem unsicheren Aufenthaltsstatus mit all seinen Konsequenzen nichts ändert", heißt es in der Pressemitteilung. Susanne B. sagte den Medien, sie habe Langkebba im Italienurlaub kennengelernt, er sei ihre große Liebe. Fraglich ist, warum das Ministerium erst fünf Minuten vor der Eheschließung eingriff. Die Hochzeit im Schloss Mirabell hätten sie schon vor vier Monaten angemeldet, sagte Susanne B. dem Österreichischen Nachrichtenportal Oe24.at. 

"Hätten sie uns das früher gesagt, hätten wir nicht dieses große Hochzeitsauf­gebot bestellt", sagte sie. "Kleid, Blumen, Saalmiete im Schloss – alles umsonst: Das muss ich jetzt zahlen, und ich bin Alleinverdienerin.“

Laut der Polizei habe der Gambier am 1. April ein Mandat erhalten, sich innerhalb von drei Tagen in Wien einzufinden. Da er das nicht getan habe, habe man ihn am vierten Tag festgenommen.  Laut Susanne B. hatten die Beamten vor der Festnahme sogar noch dabei zugesehen, wie das Paar Fotos aufgenommen habe. 

Auf Twitter überschlägt sich die Kritik. "Da fällt mir jetzt wirklich nix mehr ein dazu", "bösartig, niederträchtig" oder "Pfui Teufel! Was ist aus unserem Land geworden?", twitterten empörte Nutzer. 

Gleichzeitig gibt es aber auch User, die das konsequente Vorgehen der Beamten loben.

Was nun aus dem Paar wird, ist unklar. Noch befindet sich der 32-Jährige in Abschiebehaft.

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ame